Beiträge von Svanniversary

    Ich berichte mal aus der Praxis, ohne Belege ;) .


    Jeder Sommerreifen hat seine Grenze an tiefen Temperaturen, ab der er nicht mehr optimal funktioniert, auch auf trockener Straße.

    Insofern ist so eine pauschale Diskussion aus meiner Sicht nicht zielführend.


    Praktisch habe ich mit dem S001 auch die Erfahrung gemacht, dass er bereits unter ca. 15° C nicht mehr gut performt und unter 5-10° C dann wirklich deutlich an Grip verliert. Bei anderen Reifen passiert das bei tieferen, oder auch bei höheren Temperaturen.

    Ich halte persönlich nichts von den mystischen 7° C bin aber ganz sicher, dass irgendwo unterhalb von 5-10 °C, spätestens deutlich unter 0° C die Grenze kommt, bei der die meisten Sommerreifen keine befriedigende Leistung mehr auf die Straße bringen.


    Wenn also die Argumentation ist, dass in unseren Breiten, aufgrund von Temperaturen, die sich in der Regel über 0° C abspielen, der Sommerreifen besser sein kann, gehe ich mit. Aber der Sommerreifen ist keine Allzweckwaffe und kommt irgendwann an seine Grenzen und daher hat der gute alte Winterreifen durchaus seine Berechtigung.


    Genau wie bei der Warmperformance heißt auch hier das richtige Stichwort „optimales Temperaturfenster“.

    Wolfgangs Buch war für mich an der einen oder anderen Stelle auch noch eine gute Ergänzung, bzw. hat ein paar neue Perspektiven eröffnet. Ich schätze ihn da auch sehr und halte ihn für sehr kompetent und es gibt nur sehr wenige Stellen, die ich aus der Praxis heraus etwas anders bewerte. Weniger weil er falsch liegt, sondern eher weil er eher den Fokus Rennen hat, während ich meist auf Alltag und Landstraße schaue, bzw. meine Tipps eher in die Richtung gehen.

    Fahrdynamisch stellt man die Dämpfer natürlich gemäß über/ untersteuern ein.

    Die Freiheitsgrade sind beschränkt, da ich auf der einen Seite das Schwingverhalten der Karosserie einstellen muss (kein/wenig Nicken) und in Grenzen Einfluss auf die Balance nehmen kann.

    Ich bin ein Freund davon, die Dämpfer so einzustellen, dass sich die Karosserie „richtig“ bewegt und die Balance dann über die Geometrie fein zu tunen.

    So ist das mit der subjektiven, insbesondere ungeübten Wahrnehmung.

    Das Thema kann man aber sehr gut objektivieren. Mehr als doppelt so hohe Steifigkeiten der Federn des SPS (67/38) vs. Bilstein (27/18) ergeben einen weniger als halb so großen Wankwinkel.

    Fahrzeugtechnisch ist das deutlich und wer das nicht wahrnimmt, oder wem das nicht reicht, der hat wahrscheinlich falsche Vorstellungen davon, was man mit so einem Fahrwerk erreicht und was technisch sinnvoll ist.

    Das SPS ist hier auch genauso gut, oder schlecht wie andere Fahrwerke mit ähnlichen Federraten, also Öhlins, K-Tec, BC Racing etc. und besser als solche mit weicheren Federn, wie Bilstein B12 und H&R.


    Die Dämpfereinstellung ist dabei wichtig. Die Dämpfer ändern zwar nicht den statischen Wankwinkel der am Ende des Wankvorgangs erreicht wird, aber sie machen das Wanken je nach Einstellung schneller, oder langsamer, was von vielen noch stärker wahrgenommen wird, als der Winkel an sich.

    Wenn also jemand meint, dass das SPS stärker, oder zu stark wankt, dann sollte er als erstes die Dämpfereinstellung prüfen.

    Die Dämpfer für den Komfort aufzudrehen und dann zu erwarten, dass das Auto gut abgestützt wird und wie verrückt an der Lenkung hängt, kann technisch nicht funktionieren.


    Und um das Thema noch aufzugreifen, natürlich reduzieren härtere Stabis den Wankwinkel auch deutlich, mit genauso deutlichen Nachteilen in Komfort und Fahrdynamik, wie z.B. mehr Wankkopieren, schmalerer Grenzbereich, usw.

    Stabis sind einmal primär entwickelt worden, um den Zielkonflikt zwischen gutem Komfort und einer hohen Schwerpunktlage zu lösen und das Auto weich zu Federn und hart zu stabilisieren.

    Bei einem kleinen leichten Sportwagen mit niedrigem Schwerpunkt macht man das üblicherweise anders, so wie es Mazda auch ab Werk gelöst hat, über die Federn.

    Was ist denn aus dem „zu weich vorkommen“ geworden? Ich würde erstmal die Dämpfer vernünftig einstellen, so dass Du Deine gewünschte Härte erreichst und dann wird der Wagen auch weniger schnell wanken.

    Nein, die Vorspannung wäre der komplett falsche Ansatzpunkt.


    Technisch hat sich die statische Wankrate bei Dir jetzt ggü. dem Bilstein-Fahrwerk halbiert. Schade, wenn Du das nicht als relevant wahrnimmst.

    Es könnte aber, s.o., auch daran liegen, dass die Dämpfer sehr weich eingestellt sind und das man das noch optimieren kann.