Beiträge von Svanniversary

    Wolfgangs Buch war für mich an der einen oder anderen Stelle auch noch eine gute Ergänzung, bzw. hat ein paar neue Perspektiven eröffnet. Ich schätze ihn da auch sehr und halte ihn für sehr kompetent und es gibt nur sehr wenige Stellen, die ich aus der Praxis heraus etwas anders bewerte. Weniger weil er falsch liegt, sondern eher weil er eher den Fokus Rennen hat, während ich meist auf Alltag und Landstraße schaue, bzw. meine Tipps eher in die Richtung gehen.

    Fahrdynamisch stellt man die Dämpfer natürlich gemäß über/ untersteuern ein.

    Die Freiheitsgrade sind beschränkt, da ich auf der einen Seite das Schwingverhalten der Karosserie einstellen muss (kein/wenig Nicken) und in Grenzen Einfluss auf die Balance nehmen kann.

    Ich bin ein Freund davon, die Dämpfer so einzustellen, dass sich die Karosserie „richtig“ bewegt und die Balance dann über die Geometrie fein zu tunen.

    So ist das mit der subjektiven, insbesondere ungeübten Wahrnehmung.

    Das Thema kann man aber sehr gut objektivieren. Mehr als doppelt so hohe Steifigkeiten der Federn des SPS (67/38) vs. Bilstein (27/18) ergeben einen weniger als halb so großen Wankwinkel.

    Fahrzeugtechnisch ist das deutlich und wer das nicht wahrnimmt, oder wem das nicht reicht, der hat wahrscheinlich falsche Vorstellungen davon, was man mit so einem Fahrwerk erreicht und was technisch sinnvoll ist.

    Das SPS ist hier auch genauso gut, oder schlecht wie andere Fahrwerke mit ähnlichen Federraten, also Öhlins, K-Tec, BC Racing etc. und besser als solche mit weicheren Federn, wie Bilstein B12 und H&R.


    Die Dämpfereinstellung ist dabei wichtig. Die Dämpfer ändern zwar nicht den statischen Wankwinkel der am Ende des Wankvorgangs erreicht wird, aber sie machen das Wanken je nach Einstellung schneller, oder langsamer, was von vielen noch stärker wahrgenommen wird, als der Winkel an sich.

    Wenn also jemand meint, dass das SPS stärker, oder zu stark wankt, dann sollte er als erstes die Dämpfereinstellung prüfen.

    Die Dämpfer für den Komfort aufzudrehen und dann zu erwarten, dass das Auto gut abgestützt wird und wie verrückt an der Lenkung hängt, kann technisch nicht funktionieren.


    Und um das Thema noch aufzugreifen, natürlich reduzieren härtere Stabis den Wankwinkel auch deutlich, mit genauso deutlichen Nachteilen in Komfort und Fahrdynamik, wie z.B. mehr Wankkopieren, schmalerer Grenzbereich, usw.

    Stabis sind einmal primär entwickelt worden, um den Zielkonflikt zwischen gutem Komfort und einer hohen Schwerpunktlage zu lösen und das Auto weich zu Federn und hart zu stabilisieren.

    Bei einem kleinen leichten Sportwagen mit niedrigem Schwerpunkt macht man das üblicherweise anders, so wie es Mazda auch ab Werk gelöst hat, über die Federn.

    Was ist denn aus dem „zu weich vorkommen“ geworden? Ich würde erstmal die Dämpfer vernünftig einstellen, so dass Du Deine gewünschte Härte erreichst und dann wird der Wagen auch weniger schnell wanken.

    Nein, die Vorspannung wäre der komplett falsche Ansatzpunkt.


    Technisch hat sich die statische Wankrate bei Dir jetzt ggü. dem Bilstein-Fahrwerk halbiert. Schade, wenn Du das nicht als relevant wahrnimmst.

    Es könnte aber, s.o., auch daran liegen, dass die Dämpfer sehr weich eingestellt sind und das man das noch optimieren kann.

    Das ist das eine und ein E-Fahrzeug hat eben seine ganz anderen Reize. Deswegen ist weder das eine noch das andere schlechter.


    Aber zu Deinen Punkten mal ehrlich:

    - Knackiges Getriebe - oder doch lieber Motorsport DKG, oder doch nicht? Macht Spass, ist aber auch nur eine von vielen Möglichkeiten der Kraftübetragung. Rein sportlich hat pure Beschleunigung ohne jegliche Zugkraftunterbrechung durchaus ihren Reiz.

    - Sound? Wenn ich wirklich Sound wollte, würde ich keinen Vierzylinder fahren. Der MX-5 klingt ganz nett, ja, aber mehr für mich auch nicht.

    - Gewicht? Ja, ist ein dicker Minuspunkt, wirkt sich aber lange nicht so negativ aus, wie man meinen sollte, da der Schwerpunkt sehr niedrig ist und man eine gute Gewichtsverteilung von 50:50 auch haben kann. Wäre für mich aber schon wichtig, dass ein E-Sportwagen verhältnismäßig leicht ist.


    Das ist wieder dieses entweder oder und nur das eine ist so toll, dass mir total abgeht. Frag den eingefleischten 911er Fahrer zum Thema Fahrleistungen und Sound und der wird wohl kaum vom MX-5 schwärmen. Ich bin eher so der Typ, der den MX-5, den 911er und sicher auch einen gut gemachten E-Sportwagen geil findet. Jeden auf seine spezielle Art. Ich habe ja sogar im Toyota Starlet mit knapp 100 PS einen Riesenspass, wenn ich ihn beim Slalom quälen darf.

    Ich gebe aber auch gerne zu, dass ich das Thema Automobil aufgrund beruflicher Abnutzung vielleicht etwas weniger emotional sehe, als viele andere. Ich mag ein Auto nicht, weil es ein bestimmtes Auto ist, oder eine bestimmte Technik hat, sondern ich mag es einfach dann, wenn es mir viel Fahrspass bereitet. Aktuell trifft das auf den MX-5 genauso zu, wie auch auf den ID.3, auch wenn es bei letzterem eben eine völlig andere Art des Fahrspaßes ist.


    Was mich dagegen speziell am E-Auto reizt:

    - nahezu lautloses Fahren, offen durch die Natur, finde ich cool

    - Drehmoment und Leistung ohne Ende

    - Spontane Gasreaktionen, wie sie der allerbeste Saugmotor nicht hinbekommt

    - günstige Unterhaltskosten mit Laden zu Hause


    Die E-Mobilität hat ihren ganz eigenen Reiz und ich würde gerne einen guten E-Sportwagen fahren. Vielleicht auch gerne zusätzlich zum vorhandenen MX-5.