Jan, wenn die Schaltzeit für Dich der wichtigste Parameter ist und Du beim Zwischengas Vollgas gibst, dann mag das für Dich wichtig sein.
Ich dosiere das Zwischengas und kann entsprechend höhere Massen mit mehr Gas ausgleichen, um in der gleichen Zeit die Drehzahlen anzugleichen und ich schalte nie so, dass ich durchreiße, oder in eine zeitliche Bedrängnis komme. Gerade beim Herunterschalten ist das völlig unnötig und birgt nur das Risiko eines Verschaltens. Das ist also praktisch kein relevantes Thema, weil es nicht sinnvoll ist.
Gelernt habe ich das in der Art übrigens von einem sehr versierten Coach auf der Nordschleife. Das ist also nicht auf meinem Mist gewachsen.
Wenn Du da andere Vorlieben und Gewohnheiten hast, dann ist das ja völlig o.k. Du musst aber auch akzeptieren, dass ich das anders sehe, in Theorie und Praxis. Einige Argumente dafür habe ich Dir geliefert. Wenn Du die nicht magst, dann kann ich es auch nicht ändern. Oder kurz, akzeptiere es doch bitte, dass ich das subjektiv anders sehe als Du und dass das dann sogar noch durch die Theorie, die ich dazu kenne, objektiv gestützt wird.
Und ganz objektiv gewinne ich auf der Rennstrecke nichts durch besonders schnelle Zeiten beim herunterschalten, so dass ich neben den subjektiven Eindrücken auch keinerlei objektive Vorteile erkennen kann.
Also ja, ggf. ist eine minimal höhere Trägheit vorhanden, aber das ist technisch egal, da sie bei diesem Thema keinerlei relevante Nachteile hat.
Um das auch noch aufzugreifen, könnte man beim Hochschalten eventuell Nachteile sehen. Auch die sind bei mir nicht praxisrelevant, da ich weder auf der Straße noch sonst wo die letzte Zehntelsekunde suche, oder Gänge durchreiße und das Material belaste.
Aber das ist natürlich ein tatsächlicher objektiver Nachteil und wenn das stört, dann ist auch die serienmäßige Schwungmasse des G160 nicht ideal. Da hilft dann nur die entsprechende Rennkupplung mit deutlich reduzierter Schwungmasse. So etwas möchte ich aber sicher nicht im Alltag fahren und ich fürchte den für die Straße ausgelegten, eher zartbesaiteten Mazda-Getrieben bekommt das auch nicht besonders gut.
Weitere gute Infos zum ZMS findet man z.B. hier:
Was man in dem Schäffler Artikel gut erkennen kann, ist dass das ZMS das Getriebe schont und sogar seine Haltbarkeit erhöht. Das ist also ein sehr gutes Argument dafür, dass gerade für den forcierten (Track-) Einsatz ein ND mit ZMS das größere Potential hat, keinen Getriebeschaden zu erleiden.
Ich kenne durchaus die Diskussionen, dass ZMS für den Track-Einsatz empfindlicher sind, schwerer und daher ungeeignet. Da ist auch ein wahrer Kern dahinter, wenn man richtig gut mit dem Auto umgehen kann. Wenn nicht muss man sich einfach mal vor Augen halten, dass alles an Grobheit, was das ZMS nicht abhält (und was dieses ggf. zerstört) dann direkt im Getriebe landet und dieses dafür zerstört. Das ist dann auch nicht so toll.
Und im normalen Straßenverkehr und forcierterem Hobby-Einsatz ist diese Diskussion nach meiner ganz persönlichen Einschätzung einfach unsinnig.