Ja, schöner und ehrlicher Bericht freut mich.
Das Ergebnis mit den härteren hinteren Dämpfern war klassisch nach Lehrbuch
. Mehr Dämpfung heißt bessere Abstützung und damit steifere Achse. D.h. in allen transienten, also dynamischen Vorgänge, wie Einlenken und Auslenken mache ich die Achse damit agiler UND schwächer.
Im Kurvenverlauf, also bei quasi stationärer Kreisfahrt, kann es ein bisschen helfen, oder ein bisschen schaden
, je nachdem wie uneben die Straße ist und wie die Räder vertikal gerade arbeiten.
Das Problem an der Sache ist, dass ich die Dämpfung vorne und hinten nicht wirklich unabhängig voneinander einstellen kann, weil ich sonst das Nicken verändere und das wird dann auch wieder unharmonisch und kostet Zeit.
Was Du schreibst passt auch zu meinen Erfahrungen. Selbst mit 70/40er Federn ist die Vorderachse noch sehr steif und das Heck agil. Wichtig ist dann das Auto durch die Fahrerkeinstellung auszubalancieren, so dass es bei stationärer Kreisfahrt nicht übersteuert, also sozusagen quasistatisch stabil ist.
Das erreicht man bei 10‘ Spur vorne und 24‘ Spur hinten mit einer Sturzdifferenz von ca. 20-30‘. Da kann man spielen je nachdem, ob man es etwas stabiler, oder agiler möchte.
Wenn das erreicht ist, quasistatisch stabil, dann habe ich in der Regel immer noch leichtes dynamisches Übersteuern, beim Einlenken. Und da kommt dann die Fahrtechnik ins Spiel, das Auto beim Einlenken richtig auszubalancieren.
Alternativ macht man die Sturzdifferenz größer und hat größere Reserven und weniger dynamisches Übersteuern (mehr Spur hinten tut es übrigens auch).
Auch Deine Erfahrungen zum ESC passen gut zu meinen eigenen. Mit sehr steifen Fahrwerken kommt das nicht gut klar und selbst bei einem ausbalancierten Auto, kommt es häufiger mal zu leichten Übersteuereingriffen an der Hinterachse. Das kenne ich auch sehr gut und ich schiebe das tatsächlich eher auf Fehleingriffe, als darauf dass das Fahrwerk nicht ausbalanciert ist.
Ich habe mir das auch schon mehrmals ohne ESC angeschaut und das fährt sich dann harmonischer und ist, bei entsprechender Fahrtechnik, auch gut beherrschbar.
Es kommt dann zwar gelegentlich zu leichtem versetzen, oder anrutschen an der Hinterachse, aber wenn man nicht generell zu schnell ist, ist das gut zu kontrollieren.
Ich verstehe aber sehr gut, dass man gerade sehr schnell lieber mit ESC unterwegs ist und es dann auch ggf. „mehr krachen lässt“. Das geht mir genauso und ich fahre z.B. die NOS auch meist mit ESC, weil ich mir diese Sicherheitsebene nicht nehmen lassen möchte. Es kann immer mal etwas unerwartetes passieren und dann hilft das ESC.
Das hatte ich z.B. mal bei 190 km/h in der Fuchsröhre, bei Nässe. Da bin ich mit einem GTI gefahren, der in dieser Situation schlagartig quer kam. Hat gepasst, aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch ohne ESC gut gegangen wäre.
Hört sich auf jeden Fall alles vielversprechend an und ist ein guter Ansatzpunkt, um jetzt die Fahrtechnik zu optimieren. Du wirst ja jetzt generell deine Technik wieder anpassen müssen, weil sich das Auto in Summe ganz anders fährt als vorher. Auch das braucht so seine gewisse Zeit.