Mir kommt es persönlich aber so vor dass sich der Wagen komfortabler anfühlt weil das Fahrwerk besser arbeiten kann. Hab ja das SPS Gewindefahrwerk. Trotzdem ist der Wagen deutlich Steifer.
Sven meinst du die Auswirkung der Streben auf den Komfort unterscheidet sich mit dem Fahrwerk? Wäre interessant wenn man einen Vergleich hätte vor und nach Streben mit Serie und Gewindefahrwerk.
Ich kann mir sehr gut vorstellen dass das Öhlins das noch besser umsetzen kann als das SPS?
Das kann ich absolut nachvollziehen, dass Du das Fahrwerk als komfortabler wahrnimmst. Komfort ist immer sehr subjektiv und was den einen stört empfindet der andere als positiv.
Mit Streben kann das Fahrwerk deutlich besser arbeiten, Bewegungen gehen ins Federbein (gedämpft) und nicht in die Torsion der Karosserie (ungedämpft).
Dadurch steigt in der Regel die Amplitude der Anregung, ergibt also z.B. eine etwas höhere Beschleunigung an der Sitzschiene, gleichzeitig ist es aber nur ein trockener Stoß, der viel schneller abklingt, während ansonsten die Karosserie nachgeschwungen hätte. Ich vermute, dass Dich die Schwingungen, Vibrationen und Zittrigkeiten mehr stören, als die Stößigkeit und da ist das Auto mit den Streben deutlich besser. Mir geht es da übrigens genauso.
Die Auswirkungen unterscheiden sich massiv je nach Fahrwerk. Je steifer das Fahrwerk wird umso positiver ist der Einfluss der Streben. Bei einem sehr harten Fahrwerk und einer sehr weichen Karosserie arbeitet die Karosserie sinnbildlich beim Federn mehr, als das Cornermodul. Beim Serienfahrwerk ist der Einfluss geringer, weil die Federung so weich ist, dass die Stöße schon mehr Bewegung in der Feder verursachen.
Wolfgang Weber hat in seinem Buch ein Beispiel mit einem Auto mit Käfig, der ja ähnlich versteifend wirkt. Nach dem Einbau des Käfigs musste das Auto komplett neu abgestimmt werden, da die höhere Steifigkeit Balance und Federverhalten deutlich verändert hatte.
Nimmt jemand war, dass sich die Balance des Fahrzeug verschiebt (Richtung unter oder übersteuern), sobald eine vordere/hintere oder beide Streben verbaut sind?
Ja, aber der Einfluss ist schon eher subtil und weit von dem entfernt, was ich über Federn, Stabi, oder Fahrwerkeinstellung erreiche. Mit beiden I.L. Streben verschiebt sich die Balance aber minimal nach hinten (Je mehr, desto härter das Fahrwerk ist).
OK, ich bin der, der eine Verschiebung der Balance wahrgenommen hat, allerdings erst beim Einbau der hinteren Domstrebe.
Vorbedingungen: OEM-Strebe vorne, (damals noch) ST-X. Vorne -1°20' Sturz, 10' Gesamtspur, hinten -1°50' Sturz, 30' Gesamtspur.
Nach Ersetzen der OEM-Strebe durch die IL-Strebe verbesserte Lenkpräzision, Vorderwagen bewegt sich mehr als eine Einheit, Wanken (gemessen am "Motorhaubenhorizont" kam mir sogar minimal verstärkt vor, was aber mMn zum versteifte Vorderwagen sogar passen kann. Keine Änderung der Balance, aber genauer und somit einfacher zu fahren.
Nach dem zusätzlichen Einbau der hinteren IL-Strebe steiferes Heck, aber diesmal auch eine wahrgenommene Änderung der Steuertendenz in Richtung Übersteuern.
Einschränkend: Ich habe in diesem Zustand keine statische Kreisfahrt getestet, sondern nur das früher einsetzende Leistungsübersteuern bemerkt. Das mag die Beurteilung bei einem untrainierten Fahrer wie.mir noch einmal schwieriger machen. Aber ich würde trotzdem so weit gehen, dass mir in Verbindung mit dem ST-X das Fahrverhalten nur.mit der vorderen IL-Strebe trotz des (unverändert) weichen Hecks am besten gefallen hat.
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Passt schon. Höhere Steifigkeit hinten, egal ob über Feder, Stabi oder Karosse verschlechtert die Traktion. Es kommt natürlich noch ein zusätzlicher Aspekt dazu. Ein steiferes Auto hängt besser an der Lenkung und fährt sich direkter. D.h. bei gleichem Lenkwinkelsprung wie vorher ist die resultierende Gierrate höher, was auch zu mehr Übersteuern führt. Beide Effekte zusammen ergeben dann den Eindruck, dass das steifere Auto agiler ist.