Hi,
das esoterisch bezog sich im Schwerpunkt nicht auf Dich, sondern auf den Beitrag danach.
Ich persönlich berate nur und mir ist das persönlich egal, ob jemand Stabis fährt oder nicht
. Es gibt gute Gründe für Stabis, aber sie nehmen Dir eben auch Performance, Gutmütigkeit, Traktion und das Auto fährt sich nicht mehr so spielerisch. Wenn das die Richtung ist, dann unterstütze ich jeden gerne dabei sein Wunschsetup zu finden.
Das „Nachsitzen“ bezog sich darauf nur den Stabi vorne zu ändern, was die Wanksteifigkeit nach vorne verlagert und zu massivem Untersteuern, so wie asymetrischem/diagonalem Wankverhalten führt. Ich hatte das Gefühl, dass Dir das nicht klar war.
Ich sehe für Dich jetzt zwei Möglichkeiten. Wenn es Dir um das initiale Anwanken und Anlenken geht, kannst Du mal mit den Dämpfern spielen und die härter drehen.
Wenn Du generell weniger Wanken, auch statisch erreichen möchtest, dann sind Stabis der richtige Weg.
Mehr Sturz stützt das Auto in Summe auch besser ab und macht es steifer, verschlechtert aber die Traktion und erhöht den Reifenverschleiß.
Die Rate 70/40 ist mehr als Faktor 2 auf die Serienraten und führt zu Eigenfrequenzen um die 1,7 Hz. Damit bist Du im Bereich üblicher Sportfahrzeuge wie GTI, BMW M u.ä. Fahrzeuge, die primär für die Straße abgestimmt wurden.
Im Performance und moderaten Rennbetrieb fährt man Eigenfrequenzen um die 2 Hz, was beim MX-5 ungefähr einer Rate von 100-120 N/mm an der Vorderachse entspricht.
Ich würde es gut finden, wenn es vernünftige Stabi Lösungen geben würde, mit denen man die Sportfahrwerke für den MX-5 ergänzen könnte. Mir scheint es aber so, dass die angebotenen Stabis eher für das (weiche) Serienfahrwerk gedacht sind und damit sehr hohe Steifigkeiten haben.
Wenn man ein sehr steifes Fahrwerk mit einem sehr steifen Stabi kombiniert, bekommt man auch ein sehr steifes Fahrzeug, ohne Feedback, aber dafür mit aggressiven Lastwechseln und einem schmalen Grenzbereich. Fahren tut sich das noch und für den Track wäre das auch meine erste Wahl. Auf der Landstraße finde ich es langweilig, wenn die Varianz bei den Kurven aus „ich fahre und lenke da einfach durch“ und dann sofort „das Auto kommt schlagartig mit dem Heck“ besteht. Das Öhlins und ähnliche Fahrwerke halten das Fahrzeug lebendig und spielerisch, es wird anspruchsvoller, bleibt aber für den versierten Fahrer vorhersehbar und beherrschbar und bietet ausreichend Feedback. Für die Landstraße finde ich das ideal, mit dem kleinen Kompromiss, dass das Fahrzeug noch ein wenig rollt.
Bis heute bekomme ich auch so gut wie nie eine Antwort darauf, was an wanken/rollen, denn so schlimm ist. Fahrzeugtechnisch macht genau das Gutmütigkeit, Feedback und Beherrschbarkeit aus UND verbessert durch Spur- und Sturzlenken sogar die Performance und die Linearität des Autos. Vielleicht auch noch ein wichtiger Punkt, ein sehr steifes Auto ist in der Regel auch nicht linear, was ja für Dich auch ein Thema ist. Man bekommt es dann nur mit sehr steifen Reifen linearisiert, womit wir wieder beim Trackeinsatz mit Semis sind.
Ich kann persönlich wenig nachvollziehen, warum sich sehr viele Fahrer so auf das Wanken einschießen und es dann als so störend empfinden. Ich erlebe das Fahrzeug und seine Reaktion als Ganzes und arbeite damit und das Wanken ist teil des Gesamtverhaltens aber nichts, was ich explizit störend wahrnehme.
Ganz ehrlich geht das für mich auch so ein wenig in den Bereich show and shine, genau wie auch manches Serienfahrzeug/-fahrwerk abgestimmt ist. Das fühlt sich initial total direkt und schnell an, sportlich, aber wenn ich das Auto dann fordere wird es in der Regel nichtlinear, eckig, giftig und auch wenig performant.
So und jetzt auf und Stabis kaufen. Vor- und Nachteile liegen auf dem Tisch und damit kann dann jeder eine bewusste Entscheidung treffen
.