Beiträge von Svanniversary

    Nett. Probier auch ruhig mal etwas „offenere“ Einstellungen. Nach meiner Erfahrung liefert das Öhlins so viel Dämpfung, dass man es auch ruhig etwas komfortabler fahren kann. Weniger Radlastschwankungen helfen auch bei der Fahrdynamik.


    Radlastmessungen von meiner Anni kann ich Dir gerne zuschicken.

    die Betroffenen (die Industrie) werden normalerweise dazu gehört und Abgeordnete dieser Gruppe definieren im Regelfall den Inhalt mit, damit die Gesetze inhaltlich Sinn machen.

    Ich kann Dir echt nicht folgen.

    Abgeordnete dieser Gruppe (der Autoindustrie?) definieren den Inhalt der unabhängigen Legislative? Äh, nein, deutliches nein.

    Mit viel Glück dürfen die Lobbyverbände beraten und den gröbsten Unfug verhindern, aber darauf das sie der Legislative die Inhalte definieren, reagieren die handelnden Personen in der Regel nicht freundlich sondern ablehnend. D.h. darauf, was dann wirklich im Gesetz landet, hat die Industrie keinerlei direkten Einfluss.


    Die regulatorischen Instanzen berufen sich auf den Verbraucherschutz. Autoabsätze, sowie Aktienkurse sind nicht das primäre Interesse der Legislative.

    Das Ganze ist dann leider nicht unbedingt wirtschaftsfördernd und auch nicht unbedingt im Interesse des Verbrauchers, oder der Industrie, wie man sieht.


    Naja, ich denke wir sollten das lassen und zurück zum Thema kommen …


    Ich glaube Du hast eine ziemlich verklärte Vorstellung davon, wie Gesetze entstehen und wieviel Einfluss der Lobbyismus darauf hat. Selbst wenn Dir das komisch vorkommt, sollte der Realitätsabgleich Dir zeigen, dass Deine Vorstellungen nicht so ganz der Realität entsprechen.

    Tja, Gesetze passieren. Der Einfluss der Industrie hält sich, meiner Meinung nach zum Glück, in Grenzen.

    Ich finde die Sichtweise ja zumindest interessant. Anstatt die EU zu hinterfragen, sind die Hersteller jetzt auch noch selber schuld, dass sie sich an Recht und Ordnung halten müssen?

    Meine Wirtschaftswelt sieht ganz offensichtlich komplett anders aus, als Deine.


    Das kann man dann ja gleich mal weiterspinnen, CO2 Abgaben, Abgasnormen, Crashvorschriften, Assistenzsysteme, ESC-Pflicht, vorgeschriebene Warnungen, Strafsteuern, Zölle - es ist in Summe ziemlich frech, dass die Industrie das alles passieren lässt, nur weil die EU das vorschreibt.

    Äh, warte kurz, bin ich wirklich der einzige, dem diese Argumentation komisch vorkommt?

    Und glaubt wirklich jemand, die Industrie würde das begrüßen und hätte nicht versucht, sich dagegen zu wehren?

    Das kostet in Summe Millionen, zum Teil Milliarden, nur um damit Kunden und Verbraucher zu verärgern. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass die Industrie darüber auch nicht begeistert ist und im Hintergrund verzweifelt versucht Schadensbegrenzung zu betreiben, so dass das alles noch halbwegs erträglich beim Fahrer ankommt.

    Ach herrje. Du traust der Lobby aber viel zu und wollen wir wirklich eine Politik, die nur durch partielle, industrielle Interessen gesteuert wird?


    Der Grundgedanke dahinter, der auch sehr erfolgreich umgesetzt wurde ist, Autos und Fahrer vor Manipulation und fremden Zugriffen zu schützen. Ich kann das nur gutheißen, in Zeiten wo man ältere Autos mal eben über das bordeigene WLAN hacken und sogar fremdsteuern kann.


    Von der UNECE 155 merkst Du als Fahrer gar nichts und übergriffig ist die auch nicht, SOLANGE Du nicht da rumfummelst, wo Du als Laie nichts zu suchen hast ;) (Definition Laie: Jemand der die Internas nicht kennt, Wechselwirkungen nicht einschätzen kann und keinen Zugriff auf die HW- und SW-Dokumentation hat, konkret weder Hersteller noch Tier1 Lieferant ist).


    Wenn es Dir jetzt um Gebimmel und Gebammel und was auch immer geht, dann ist das ein ganz anderes Thema, als die UNECE 155.

    Hi,


    das esoterisch bezog sich im Schwerpunkt nicht auf Dich, sondern auf den Beitrag danach.


    Ich persönlich berate nur und mir ist das persönlich egal, ob jemand Stabis fährt oder nicht ;) . Es gibt gute Gründe für Stabis, aber sie nehmen Dir eben auch Performance, Gutmütigkeit, Traktion und das Auto fährt sich nicht mehr so spielerisch. Wenn das die Richtung ist, dann unterstütze ich jeden gerne dabei sein Wunschsetup zu finden.


    Das „Nachsitzen“ bezog sich darauf nur den Stabi vorne zu ändern, was die Wanksteifigkeit nach vorne verlagert und zu massivem Untersteuern, so wie asymetrischem/diagonalem Wankverhalten führt. Ich hatte das Gefühl, dass Dir das nicht klar war.


    Ich sehe für Dich jetzt zwei Möglichkeiten. Wenn es Dir um das initiale Anwanken und Anlenken geht, kannst Du mal mit den Dämpfern spielen und die härter drehen.

    Wenn Du generell weniger Wanken, auch statisch erreichen möchtest, dann sind Stabis der richtige Weg.

    Mehr Sturz stützt das Auto in Summe auch besser ab und macht es steifer, verschlechtert aber die Traktion und erhöht den Reifenverschleiß.


    Die Rate 70/40 ist mehr als Faktor 2 auf die Serienraten und führt zu Eigenfrequenzen um die 1,7 Hz. Damit bist Du im Bereich üblicher Sportfahrzeuge wie GTI, BMW M u.ä. Fahrzeuge, die primär für die Straße abgestimmt wurden.

    Im Performance und moderaten Rennbetrieb fährt man Eigenfrequenzen um die 2 Hz, was beim MX-5 ungefähr einer Rate von 100-120 N/mm an der Vorderachse entspricht.


    Ich würde es gut finden, wenn es vernünftige Stabi Lösungen geben würde, mit denen man die Sportfahrwerke für den MX-5 ergänzen könnte. Mir scheint es aber so, dass die angebotenen Stabis eher für das (weiche) Serienfahrwerk gedacht sind und damit sehr hohe Steifigkeiten haben.

    Wenn man ein sehr steifes Fahrwerk mit einem sehr steifen Stabi kombiniert, bekommt man auch ein sehr steifes Fahrzeug, ohne Feedback, aber dafür mit aggressiven Lastwechseln und einem schmalen Grenzbereich. Fahren tut sich das noch und für den Track wäre das auch meine erste Wahl. Auf der Landstraße finde ich es langweilig, wenn die Varianz bei den Kurven aus „ich fahre und lenke da einfach durch“ und dann sofort „das Auto kommt schlagartig mit dem Heck“ besteht. Das Öhlins und ähnliche Fahrwerke halten das Fahrzeug lebendig und spielerisch, es wird anspruchsvoller, bleibt aber für den versierten Fahrer vorhersehbar und beherrschbar und bietet ausreichend Feedback. Für die Landstraße finde ich das ideal, mit dem kleinen Kompromiss, dass das Fahrzeug noch ein wenig rollt.


    Bis heute bekomme ich auch so gut wie nie eine Antwort darauf, was an wanken/rollen, denn so schlimm ist. Fahrzeugtechnisch macht genau das Gutmütigkeit, Feedback und Beherrschbarkeit aus UND verbessert durch Spur- und Sturzlenken sogar die Performance und die Linearität des Autos. Vielleicht auch noch ein wichtiger Punkt, ein sehr steifes Auto ist in der Regel auch nicht linear, was ja für Dich auch ein Thema ist. Man bekommt es dann nur mit sehr steifen Reifen linearisiert, womit wir wieder beim Trackeinsatz mit Semis sind.

    Ich kann persönlich wenig nachvollziehen, warum sich sehr viele Fahrer so auf das Wanken einschießen und es dann als so störend empfinden. Ich erlebe das Fahrzeug und seine Reaktion als Ganzes und arbeite damit und das Wanken ist teil des Gesamtverhaltens aber nichts, was ich explizit störend wahrnehme.

    Ganz ehrlich geht das für mich auch so ein wenig in den Bereich show and shine, genau wie auch manches Serienfahrzeug/-fahrwerk abgestimmt ist. Das fühlt sich initial total direkt und schnell an, sportlich, aber wenn ich das Auto dann fordere wird es in der Regel nichtlinear, eckig, giftig und auch wenig performant.


    So und jetzt auf und Stabis kaufen. Vor- und Nachteile liegen auf dem Tisch und damit kann dann jeder eine bewusste Entscheidung treffen ;) .