Beiträge von Svanniversary

    Genau da liegt der Hase im Pfeffer im Vergleich zu den G132 mit dem offenen Differential. Die schieben am Kurvenausgang nicht geradeaus, sondern folgen dem Lenkeinschlag wie gewünscht😎

    Das ist auch der Grund für die Entwicklung des Asymmetric-LSD beim ND3. Der geringere Lockup unter Last verhindert das ausgangs der Kurve.

    Mit gemachtem Fahrwerk, sportlichen Reifen, auf die eigenen Vorlieben abgestimmter Geometrie und vor allem einem angepassten Fahrstil kann man das antizipieren und überspielen. Aber die Tendenz, kurvenausgangs nicht 100% das umzusetzen, was der Lenkinput vorgibt… das bleibt.

    Wenn man es nicht anders kennt, ist das auch vollkommen ok. Manche sind da sensibler, wie Du Skoddy und können dieses „unrunde“ Kurvenfahren nicht so ausblenden.

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben, die fahrdynamischen Modifikationen nach dem ND2 sind schon ganz interessant und man sollte die in einem Gesamtkonzept sehen.

    Ich mag Deinen Enthusiasmus, Patrick und bewundere das, wie Du die Themen recherchierst und für Dich antizpierst.

    Ich muss hier aber doch wieder ein wenig Differenzierung rein bringen. Sorry, ich kann nicht anders ;) .


    Ja, genau, weniger Sperrwirkung beim herausbeschleunigen bewirkt, dass sich das Auto „mehr“ wie ein Auto ohne Sperre fährt. Vorhersehbarer, kontrollierbarer, einfacher.

    Leider widerspricht das genau dem, weswegen im Motorsport und von Enthusiasten Sperren verbaut werden. Denn genau mit einer geeigneten Sperre kann ich das Auto aufziehen, am Kurvenausgang in Richtung Kurveninnenradius drücken und aktiv Einfluss auf die Fahrdynamik nehmen, im Gegensatz zu gutmütig fahren, aber Passagier sein.


    Also ja, Mazda kommt hier dem untrainierten Gelegenheitsfahrer entgegen und wendet sich ab vom versierten Sportfahrer.

    Beides hat seine Vor- und Nachteile. Ich persönlich kann nicht in den Jubel einstimmen und finde das ein wenig schade.


    „Wenn man das nicht anders kennt“ ist gut ;) . Nein, wer das kennt und damit arbeiten kann, der hat keine unrunde Linie am Kurvenausgang und kann es nutzen. Das will man nicht ausblenden, sondern genießen. Wenn es die eigene Fahrtechnik nicht hergibt hilft trainieren, oder man freut sich, wenn das Auto jetzt gutmütiger ist, so in Richtung Opel Astra, oder so ;) . Ich weiß etwas böse formuliert, aber man darf hier durchaus differenzieren.

    Der ND fuhr sich daher noch nie durch die Bank weg gleich… tut es seit dem MY22 und ganz besonders mit dem neuen ND3 dann noch weniger. Deswegen begegne ich den hier weiterhin verbreiteten „One for All“- Empfehlungen rund um Fahrwerk, Räder und Geometrie inzwischen auch zunehmend skeptischer ;)

    Nein, der ND fuhr sich noch nie gleich und Dave Coleman hat das super auf den Punkt gebracht. Nicht das Ändern an sich bringt den Vorteil, sondern man sollte genau wissen, wo man hin will und an welchen Schrauben man dafür drehen muss. Das war beim ND1 und ND2 so und das wird sich auch beim ND3 nicht ändern.

    Es gibt und gab aus meiner Sicht nie eine „one for all“ Empfehlung. Leider wird das aber häufig missverstanden.


    In dem Moment, wo ich ein Komplettfahrwerk verbaue, greife ich auch so fundamental ins Fahrzeug ein, dass vieles anders funktioniert und ich schauen muss wo ich hin will.

    Ein steifes Fahrwerk mit der richtigen Achseinstellung antizipiert auch vieles von dem, was Mazda jetzt für den ND3 auslobt, Linearität, Vorhersehbarkeit, etc., aber im Gegensatz zum Seriensetup bleibt dabei, mindestens beim ND1 und ND2 die Grundagilität erhalten. Auch das für mich, als versierter Sportfahrer, etwas was definitiv auf der Plus- und nicht auf der Minusseite steht.

    Zu der Erfahrung von Bluebird209 … da tippe ich eher einen anderen Grund, der Ex-NC-Fahrern erstmal zu schaffen macht. Die komplett anders konstruierte Hinterachse macht ggü. dem NC konträre dynamische Spur-Veränderungen. Beim NC wird der Spurwinkel geringer, beim ND erhöht er sich. Das fühlt sich im ersten Moment für den unbedarften Modell-Wechsler meist sehr mulmig an… ich musste mich damals auf sehr vertrauten Straßen auch erstmal neu kalibrieren 8)

    Hier verlierst Du mich. Die Vorspurreduzierung des NC destabilisiert das Heck und führt zu einem Schlenker, während die Erhöhung beim ND die Stabilität erhöht und das Fahrverhalten linearisiert. Das ist etwas was alle anderen sportlichen Marken wie BMW, Porsche, aber auch VW schon immer so gemacht haben.

    Wenn sich das mulmig anfühlt, dann ist etwas anderes schief gegangen, aber daran liegt es garantiert nicht.

    Im Gegenteil hatte der NC ein sehr indifferentes, wenig lineares und vorhersehbares Verhalten an der Hinterachse, während der ND das gut kann, wenn er ein geeignetes Fahrwerk verbaut hat. Die Serie hatte da mindestens bis zum ND2 durchaus Schwächen mit leichten Nichtlinearitäten, aber das lag nach meiner Einschätzung an der Auslegung von Feder/Dämpfer/Endanschlägen und nicht an der Elastokinematik.


    Mich persönlich würde übrigens mal die Rolle von Dave Coleman in der Fahrzeugentwicklung interessieren. Ich kenne ja zufällig den einen oder anderen Entwickler aus Japan und da ist nie die Rede davon, dass in Amerika eine Entwicklung stattfindet. Das passiert alles in Japan und die USA sind nmE höchstens beratend als Markt tätig. Insofern fand ich das Video mit ihm spannend, in dem er sehr ausführlich erklärt, wie er jetzt das Auto ausgelegt hat. Coleman als Marketingfigur für die USA, oder doch eine intensivere Zusammenarbeit mit Japan, als die Japaner mir so erzählen? Es würde mich wirklich interessieren…

    So ganz dicht dran ist Coleman dann aber doch nicht. Zum Thema Auslegung, nur für die Landstraße und wörtlich „we don‘t drive on the Nürburgring“.

    Nun ja, wir wissen alle das es anders ist und der japanische Ingenieur den ich kenne betrachtet die NOS als Benchmark für ein sportliches Auto, so wie ich es auch kenne.

    Man sieht den MX-5 oft genug mit Werkskennzeichen am Ring.


    Bitte das alles nicht falsch verstehen, aber für mich sind da immer noch viele Ungereimtheiten drin und ich bin mir jetzt, auch nach dem Video sicher, dass das Ziel beim ND3 war, diesen vorhersehbarer und fahrbarer für den Alltagskunden zu gestalten. Dabei sind aber ein paar Feinheiten für den versierten Sportfahrer auf der Strecke geblieben.

    Beides hat seine Vor- und Nachteile und ich finde das kann man auch ruhig etwas differenziert diskutieren.


    Bis zum ND2 war der MX-5 ein recht kompromisslos ausgelegtes Auto, mit dem der Sportfahrer in seiner Fahrtechnik wachsen konnte und das sicher den einen oder anderen Normalfahrer auch mal überfordert hat.

    Für mich war und ist das immer der besondere Reiz dieses Autos gewesen und ich hoffe, dass ein wenig davon auch noch im ND3 zu finden ist.


    P.S.: Ich bin das Auto immer noch nicht gefahren, stütze mich aber zu 100 % auf die Aussagen von Coleman, der im Video sehr deutlich die Technik erklärt hat. Ich konnte das sehr gut nachvollziehen und habe daraus meine Schlüsse gezogen.

    Es geht um zwei unterschiedliche Themen, im Prinzip sogar um drei - Fahrwerkeinstellung/Elastokinematik, Lastwechselverhalten, Sperre. Diese drei Effekte überlagern sich und je nach Fahrweise (viel/wenig Last), Fahrtechnik und Randbedingung ist mal der eine und mal der andere Effekt größer.


    Die Fahrwerkeinstellung hat starken Einfluss auf die Grundsteuertendenz, also ob das Auto an sich erst einmal bockstabil, also eher untersteuernd, oder eher agil, also übersteuernd fährt. Das merkt man natürlich auch am Kurvenein- und -ausgang.


    Beim Lastwechsel verhalten sich auch erst einmal alle Autos gleich. Gas geben heißt Entlastung der Vorderachse, Belastung der Hinterachse, also untersteuern, größerer Kurvenradius beim herausbeschleunigen.

    Umgekehrt beim bremsen, oder vom Gas gehen, Belastung der Vorderachse, Entlastung der Hinterachse, also Eindrehen, und damit kleinerer Radius.

    Das passiert natürlich auch beim MX-5, mit und ohne Sperre, insbesondere wenn ich eher wenig Lastwechsel einleite.


    Die Sperre überlagert das. Dazu mal ein Gedankenexperiment.

    Keine Sperre - ich gebe zu viel Gas, das kurveninnere Rad ist entlastet und dreht irgendwann durch, dadurch kommt kein Moment mehr am kurvenäußeren Rad an und das Auto wird sogar langsamer.

    Mit Sperre - ich gebe viel Gas, aber so dass die Räder nicht durchdrehen. Kurveninnen entsteht höherer Schlupf, die Sperre greift, Moment wird vom inneren auf das äußere Rad verschoben, dadurch entsteht ein eindrehendes Giermoment (Moment außen höher, als innen) und der Kurvenradius beim herausbeschleunigen wird kleiner.


    In der Praxis überlagert sich der Lastwechsel mit der Sperre und je nachdem wie viel Last anliegt überwiegt der eine oder andere Effekt.

    Das ist normal und bei sportlichen Autos auch gewollt. Die haben überhaupt nicht den Anspruch, dass sie stur ihre Bahn ziehen, egal was der Fahrer an Gas und Bremse macht, sondern sie reagieren feinfühlig darauf. Aufgabe des Fahrers ist es, diese Effekte mittels seiner Fahrtechnik auszunutzen und selber die saubere Linie zu bestimmen. D.h. z.B. dass das Gas am Kurvenausgang so dosiert werden muss, dass kein Untersteuern mehr auftritt, sondern das Auto sanft in die Kurve zieht. Wenn man das richtig dosiert sind höhere Kurvengeschwindigkeiten, als stabil und mit brav untersteuerndem Auto möglich. Das ist genau der Benefit der Sperre.

    Der Grat ist natürlich schmal, da ich je nach Gas, Untersteuern, Neutralität mit leichtem Eindrehen, oder einen Abriss der Haftung mit Dreher erzeugen kann.


    Wenn ich wirklich sportlich fahre, dann unterstützt mich das in der Kurve optimal:

    - der Lastwechsel reduziert das Untersteuern und lässt das Heck minimal eindrehen, so dass ich das Auto am Kurveneingang gut rotiert bekomme

    - im Kurvenverlauf balanciere ich das Auto aus

    - am Kurvenausgang reduziert die Sperre das Untersteuern und die Belastung der Hinterachse hilft mir die Last abzusetzen und zu beschleunigen.

    Das alles fein dosiert durch einen versierten Fahrer.


    P.S.: Der MX-5 hat Hinterrad- aber keinen Heckantrieb ;) .

    T005, auf was für Ideen die Leute mit ihrem MX-5 so kommen ;) .

    Der kann aber wenigstens nass etwas mehr, trocken dafür aber umso weniger. Sehr unpassende Wahl. Der war mir selbst auf einem Standard-Golf schon viel zu unsportlich.

    Das war auch mein erster Gedanke, aber da es ja um Übersteuern unter Last geht, ist das nicht das Hauptthema.

    Lohnt sich aber natürlich immer das Fahrwerk einzustellen.

    Was spricht dagegen, dass das Tempo auch beim Handschalter automatisch geregelt wird?

    Auf der Landstraße hinter einem Vordermann, oder der Autobahn, im sechsten Gang super praktisch, da dann alle anderen Varianten nicht funktionieren.


    Ich persönlich verstehe immer nicht, warum so praktische Dinge so vehement abgelehnt werden.

    Ein adaptiver Tempomat macht alles was ein konventioneller auch kann, aber er passt zusätzlich die Geschwindigkeit automatisch an die des Vordermanns an, so dass ich das nicht manuell machen muss.

    Nach meiner Erfahrung ist ein konventioneller Tempomat nur auf freier Straße ohne andere Verkehrsteilnehmer wirklich nützlich und da brauche ich den eigentlich nicht wirklich.

    Beim Mitschwimmen im gemischten Verkehr, wenn es eh nervig ist, dann ist ein adaptiver Tempomat praktisch.

    Wenn ich manuell auf der Landstraße fahre, mache ich auch alles im 6. Gang und passe die Geschwindigkeit laufend an. Das kann der adaptive Tempomat auch erledigen.


    Ich habe immer das Gefühl, dass die, die diese Systeme am vehementesten ablehnen, überhaupt keine Erfahrung damit haben, wie (gut) das funktioniert.

    Ja, alles richtig und dennoch reden wir aneinander vorbei.


    Das ist richtig, dass ich versuche Nennleistung/-drehzahl und VMax abzustimmen, aber wenn Du das mal nachrechnen würdest, dann merkst Du das Mazda da eher fünfe gerade sein lässt, da der Fokus offensichtlich nicht auf Deutschland und der punktgenauen Erreichung einer bestimmten VMax liegt.

    Der G184 hat ja auch eine Mehrleistung, die mit mehr Drehzahl konform geht und dadurch kompensiert sich der Effekt weitestgehend, so dass Du selbst unter der Prämisse einer VMax Anpassung immer noch sehr dicht dran bist, ohne die Übersetzung ändern zu müssen.


    Und nein, das macht nicht alles das Getriebe. Es geht um die Gesamtübersetzung, die ich für Steigfähigkeit und VMax abstimmen muss und die ist nun einmal das Produkt aus Getriebe und Achsübersetzung. Das liegt u.a. auch daran, dass ich ein Getriebe nicht beliebig stufen kann, sondern aufgrund Schaltanschlüssen etc. Rahmenbedingungen einhalten muss.


    Also im Prinzip ist vieles von dem richtig was Du schreibst und für den konkreten Fall hier trotzdem nicht relevant. Viel Theorie, die hier nicht zur Praxis passt.


    P.S.: Bei zwei Autos mit gleicher Nennleistung hat das mit der höheren Nenndrehzahl bei gleicher VMax und idealer Auslegung die kürzere (!) Übersetzung.

    P.P.S.: Der SIV Vergleich hinkt, denn da geht es um Gewicht und Stirnfläche, also die Fahrwiderstände und nicht um mehr oder weniger Leistung, oder Drehzahl.

    Ich jedenfalls bei meiner bevorzugten Fahrweise. Diese dürft ihr auch noch gerne verurteilen

    Nö, verurteilt wird hier keiner.

    Aber darüber nachdenken würde ich an Deiner Stelle schon. Man kann hoffen, dass man das eine Auto findet, dass genau zum eigenen Fahrstil passt, oder man lernt und adaptiert seine Fahrtechnik so, dass man jedes Auto gut fahren kann. Letzteres finde ich persönlich schon geiler ;) .