Wenn es um Z.D.F. geht, was sind denn die Schädigungsmechanismen?
Also was konkret passiert im Motor, welche Schadensmechanismen gibt es und wie wirkt sich das ganz praktisch aus?
Grenzwerte für Öle und Wechselintervalle werden unter anderem von denen vorgegeben, die auch kommerziell davon profitieren. Da ist es natürlich sehr nachvollziehbar, dass die Grenzwerte sehr eng gefasst werden.
Ganz praktisch hält so ein Motor heute normalerweise 300 tkm, wenn man ein Grundmaß an Wartung und Pflege einhält und da sieht es dann der eine oder andere Kunde mit dem Ölwechsel auch locker. Haben die alle Glück, oder ist das vielleicht doch nicht ganz so wild?
Um Missverständnisse zu vermeiden, ich halte einen Ölwechsel nach Serviceintervall auch für sinnvoll und es schadet sicher auch nichts beim Neuwagen einen frühen Wechsel einzuschieben. Wo mein Bauchgefühl nicht mehr mitkommt sind die hier beschriebenen Spitzfindigkeiten zu Ölqualitäten und zu zu langen Wechselintervallen. Damit würde ja so gut wie jeder, der sein Auto nur normal wartet und auch noch das Öl verwendet, was der Händler einfüllt, früher oder später Probleme bekommen ;-).
Vergleiche mit anderen Ländern/Märkten wie USA finde ich persönlich sehr schwierig. Sowohl Kraftstoff, als auch Ölqualitäten, sowie Verkehrslage und Kundenverhalten sind da jeweils sehr spezifisch, so dass das was in Amerika notwendig ist, noch lange nicht für die EU sinnvoll sein muss. Die USA zeichnen sich z.B. dadurch aus, dass die Kraftstoffqualität z.T. sehr schlecht ist, was dann auch das Öl belastet. Zusätzlich wird dem Kunden alles zugestanden und der Hersteller muss sicherstellen, dass dabei nichts passiert. Unter solchen Randbedingungen muss man dann etwas anders agieren.
Hier in Europa sind die Betriebsstoffe sehr hochwertig, der Kunde mündig und die Umgebungs- und Verkehrsbedingungen sind gut bekannt und erprobt.