Beiträge von Svanniversary

    @GarchingS54: Ich habe in den Ausbildungen, die ich bisher durchgeführt habe, immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Grenzbereichsbeherrschung wichtiger ist, als die absolute Höhe.
    So stimmt man übrigens auch brave Serienautos ab. Sicher beherrschbar mit einem Grenzbereich der nicht zu hoch ist, um Giftigkeit zu vermeiden.


    Es nützt dem Durchschnittsfahrer also nichts, wenn der Grenzbereich etwas höher ist, da er im Zweifel verreißt (was auch vielen angehenden Profis am Anfang passiert). Es ist viel wichtiger, dass sich schwierige Situationen einfach beherrschen lassen.


    Das Ganze haben wir, nach meiner Einschätzung, auch letztes Wochenende schön erlebt.


    Hypothese:
    Mazda hat die OE Fahrwerke zusammen mit den Tieferlegungsfedern getestet und für "MX5 ND würdig" empfunden.
    Aus diesem Grund wird diese Option in einigen Verkaufsregionen vom Hersteller selbst angeboten.

    Ich bin ja nun nicht ganz unbeleckt, was Fahrwerkabstimmung angeht und habe mein Eindrücke oben geschildert. Das normale Bilstein Setup ist in sich recht stimmig und geht mit härteren Federn definitiv in die unterdämpfte Richtung.


    Mazda wird das getestet haben. Ich vermute aber eher mit folgendem Fazit: Großer Markt, also machen, weil es geht gerade so noch.


    Tieferlegungsfedern in Verbindung mit Bilstein-Dämpfern halte ich auch für vertretbar. Mit normalen Dämpfern, geht aus meiner Sicht nicht mehr vernünftig.

    Ich behaupte im Kontext eines 0815 Straßenteilnehmers: Hat ein Fahrer(in) vertrauen ins Fahrzeug so ist er/sie sicher und zügig unterwegs.
    Wie dieses Vertrauen erreicht wird und welche Rolle dabei das Fahrwerk spielt, darf gerne diskutiert werden.

    Da widerspreche ich Dir deutlich, insbesondere weil ich schon Kollegen fahrdynamisch ausgebildet habe. Dabei und auch letztes Wochenende durfte ich einige spektakuläre Abflüge erleben.
    Das subjektive Vertrauen und Fahrgefühl ist überhaupt nichts wert, wenn man wirklich mal in eine Notsituation kommt. Damit meine ich mal wieder den Wildwechsel, den LKW der mich übersehen hat oder das Kind hinter dem Auto. Das Auto sollte und muss in dem Moment beherrschbar sein, wenn ich in den Grenzbereich komme, gewollt oder ungewollt.
    Also heiter unterhalb des Grenzbereichs dahin gerollt, mit Bombenvertrauen in das Auto und dann im entscheidenden Moment verrissen, halte ich nicht für erstrebenswert.


    Also meine eigene These: Das Auto was sich im Grenzbereich sicher beherrschen lässt und gutmütig ist, ist das sichere Auto. WIchtig ist darüber hinaus, dass das Auto das ganze auch sicher und transparent ankündigt und mindestens das wird schlechter, je härter das Setup wird.

    Willst Du das jetzt wirklich wieder diskutieren? Du erinnerst Dich? Breiterer Grenzbereich, gutmütigere Fahrzeugreaktionen usw.?
    Ich stehe zur Verfügung, wenn irgendjemand meint, dass er mir mit der Tieferlegung meilenweit weg fährt. Aber die Strecke außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs muss er selber besorgen.


    Ich bin immer noch überzeugt davon, dass das gutmütigere Fahrwerk, dass den Grenzbereich auch durch Wankwinkel anzeigt und dass dann langsame und vorhersehbare Fahrzeugreaktionen hat, für den Normalfahrer das bessere Fahrwerk ist.
    Nimm mal so ein richtig gutes Rennfahrwerk, dass dann schlagartig abreißt, schmaler Grenzbereich, ohne jegliche Ankündigung - hört sich für mich nicht so toll und sicher an.
    So etwas bauen die Hersteller in Supersportwagen ein und da ist der Grenzbereich im wahrsten Sinne des Wortes unter normalen Umständen nicht mehr "erfahrbar". Das war selbst für mich noch eine Herausforderung im Cayman S und ich hatte die Gelegenheit mich auf abgesperrtem Terrain heran zu tasten.
    Jetzt macht eine Tieferlegung aus einem Serienfahrwerk nicht gleich ein Rennfahrwerk, aber tendenziell geht das genau in die Richtung.


    Wir haben das ja wirklich schon oft diskutiert, mit dem härteren Fahrwerk oder der Tieferlegung mache ich einen Trade Off. Ich bekomme direktere und einfachere Reaktionen unterhalb des Grenzbereichs und schnellere und schwierigere Reaktionen im Grenzbereich.


    Eibach - da sind wir dann wieder bei den Kompromissen. Wenn das Bilstein-Fahrwerk gut abgestimmt ist - und das ist es - dann heißen härtere Federn automatisch, dass das Dämpfungsmaß sinkt und zwar überproportional.
    Es ist also genauso ein Kompromiss wie das Bilstein-Fahrwerk, aber technisch definitiv ein schlechterer. Wenn man das sauber abstimmen würde, müsste man auch zwangsläufig die Dämpfer hochziehen.

    Wenn Lieschen Müller locker dran bleibt, ist es wohl eher der Gefühlte.
    Wenn ich wirklich mal zügig (immer noch unterhalb des Grenzbereichs) unterwegs bin, ist hinter mir in der Regel nichts mehr.


    Ich merke das auch immer bei untrainierten Mitfahrern, egal ob im Passat oder MX. Da wird sich festgeklammert und erschrocken Luft geholt, um dann zu merken, dass die Kurve noch ganz entspannt ging, komplett ohne quietschen und rutschen.

    Ne, wir sind da schon zusammen. Das Stichwort ist wieder Fahrzeugbeherrschung. Wenn Du zu heftig gegenlenkst schaukelt der Bilstein und den Tiefergelegten schießt Du sofort ab. Auch das haben wir Samstag erlebt.
    Beim Bilstein hast du aber definitiv mehr Zeit zu reagieren. Der Trick ist also, so zu lenken, dass ich das Auto nicht abschieße, unabhängig vom Fahrwerk.

    Ich erhebe formal Einspruch und verweise freundlich auf die Übungen, die ich mit dem Bilstein vorgefahren bin. Weder beim Slalom noch beim freien Fahren gab es da irgendwelche Unsicherheitsgefühle oder Aufschaukeleien ;-). Ungeschicklichkeiten lasse ich dagegen gelten, denn schließlich habe ich auch die eine oder andere Pylone abgeräumt. Die Ursache dafür muss ich aber mir zuschreiben und nicht dem Fahrwerk.
    Was ich aber definitiv erlebt habe, war die sehr gute und einfache Beherrschbarkeit des Serienfahrwerks.
    Das scheint ja mit den Tieferlegungen schwieriger gewesen zu sein, wenn ich mich so an das eine oder andere Auto erinnere, dass in blauem Reifenqualm verschwand und plötzlich in die falsche Richtung fuhr (keine Angst ich nenne keine Namem ;) ).


    Sogar besser als an meinem GOLF VI, da er das Auto ca. für 3 Sekunden festhält (VW 1 Sek.)

    Das stimmt nicht mit der 1 s. Der Assi hält bei VW auch länger. Kann höchstens sein, dass er bei Dir zu früh auf die Kupplung reagiert hat. Das lässt sich dann per Tester anpassen.

    Das hört sich auch typisch nach Fahrwerkverschraubung an und sollte leicht lösbar sein. Danach am Besten die Geometrie (Fahrwerkeinstellung) kontrollieren, weil sie sich, je nachdem welches Teil lose war, verstellt haben kann.


    Wenn alles Serie ist, sollte beides Festziehen und Einstellen unter die Garantie fallen.