Norwegen 2026 (auf Motorrad)

  • Nach 3 Jahren ungewollter "Abstinenz" geht es diesen Sommer wieder auf 2x2 Rädern nach Norwegen. Frauchen hatte Anfang 2024 einen Skiunfall, bei dem sie sich das Knie ziemlich zerstört hat. Kreuzband, Innenband und Meniskus gerissen. An die OP schloss sich ein eher langwieriger Heilungsprozess an. Deshalb musste für den Sommerurlaub 24 eine neue Lösung her. Wir wollten eigentlich einen Roadster mieten, das gestaltete sich aber recht schwierig. Bei SIXT darf man nämlich mit dem Z4 (zumindest mit bestimmten Motorisierungen) nicht nach Tschechien und woanders habe ich überhaupt keine Cabrios gefunden. Der MX-5 wurde 2024 bei Sixt auch ausgeflottet. Was also tun?

    Im Mai hatte ich noch eine Reha, die mir die potenzielle "Gefahr" meiner neurologischen Krankheit vor Augen geführt hat. Ich habe also nach der Reha kurzerhand meine Aktien liquidiert und einen MX-5 gekauft. In der schönsten aller Farben: Turmalinblau metallic.

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    Der Plan war, den für 2024 zu fahren und ihn danach wieder zu verkaufen. Aus dem Plan ist nix geworden. Dieses Auto ist eine Wucht, fahrerisch mit nichts zu vergleichen, das ich sonst je gefahren bin. Wir waren mit ihm 2024 im Sommerurlaub in Tschechien, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich und Deutschland unterwegs.

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    Und haben danach beschlossen, dass er bleiben muss.

    Weil mein Bruder sich (nachdem er meinen ausprobiert hat) in seiner Wahlheimat England auch einen gekauft hat, sind wir 2025 mit dem MX-5 nach Großbritannien und haben dort mit ihm zusammen Wales, Schottland und England unsicher gemacht.

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    Die Reiseberichte gibt es ja hier nachzulesen

    Mitteleuropa 2024

    Großbritannien 2025

    Dieses Jahr geht es dann wie gehabt wieder nach Norge. Dort waren wir 2017, 2019 und 2023 schon, immer auf Motorrad. 2023 habe ich im Forum der Africa Twin einen Bericht geschrieben. Norwegen 2023

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    Als Ergebnis des letzten Urlaubs haben wir beschlossen, dass wir Schweden erstmal auslassen. Landschaftlich ist es (verglichen mit Norwegen) doch eher langweilig und die Reise durch Schweden durch braucht halt schon ein paar der wertvollen Urlaubstage.


    Über die verschiedenen Wege nach Norwegen habe ich 2023 schon einmal berichtet, aber nicht hier. Deshalb dieser Teil nochmal rüber kopiert (Preise habe ich aktualisiert)

    Die An- und Abreise von und nach Skandinavien geht im Prinzip auf 4 verschiedenen Wegen.

    Weg 1 ist die Öresundbrücke. Geht von Dänemark nach Schweden (und führt damit über 250km in Richtung Osten und damit von Norwegen weg), kostet relativ viel Maut (ca. 65€ pro Auto einfache Überfahrt) und man muss noch über 500km in Schweden zurücklegen, um nach Norwegen zu kommen. Nicht übermäßig sinnvoll.

    Weg 2 ist eine der kürzeren Fähren von Dänemark nach Norwegen. Da gibt es 2 ganz brauchbare Verbindungen, man muss aber eben komplett durch Schleswig Holstein und Dänemark durch, die beide fahrerisch wenig zu bieten haben. Preise sind extrem vom Tag und der Uhrzeit abhängig. 1 Auto und 2 Personen zwischen 100€ und 560€ einfache Überfahrt

    Weg 3 ist eine der kürzeren Fähren von Ostdeutschland nach Schweden. Z.B. Trelleborg Rostock. Auch hier wieder sehr von Datum und Uhrzeit abhängig. Stand heute liegt die einzelne Überfahrt zwischen 150 und 350€

    Weg 4 ist eine der längeren Fähren über Nacht. Standard ist Kiel – Oslo, es gibt aber auch Kristiansand – Bergen oder Kristiansand – Stavanger. Preise zwischen 550 und 1.100€ (einzelne Überfahrt) für 2 Personen und 1 Auto mit Kabine ohne Mahlzeiten. Preise jetzt gerade geschaut für Reisen zwischen nächste Woche und Ende Juli


    Bei so gut wie allen Fähren bekommt man Frühbucherrabatte, wenn man rechtzeitig bucht. Rechtzeitig kann dabei auch heißen mindestens 3 Monate im voraus. Tendenziell ist in der Woche 20-30% günstiger, als am Wochenende.

    Der für uns sinnvollste Weg ist die über-Nacht-Fähre von Kiel nach Oslo, weil man sich viele langweilige Kilometer (und mindestens 2 wertvolle Tage Urlaub) spart. Dazu 3 Tipps, wie man viele Hundert € sparen kann:

    1. Früh buchen

    Bei Buchung bis irgendwann im Januar oder Februar (die Seite sagt einem im Winter, bis wann) kann man mehrere Hundert € sparen. Im Januar haben wir ca 1.200€ für die Überfahrt im Juli bezahlt (hin und zurück, 2 Personen und Motorräder, Standard-Innenkabine und jeweils 2x Abendbuffet und Frühstücksbuffet). Bei Buchung heute würde die exakt selbe Buchung 1.600€ kosten

    2. In der Woche fahren

    Wenn der Urlaub das her gibt, sollte man die Fähren zwischen Montag und Donnerstag nehmen. Stand heute kostet die einfache Überfahrt am Mi, 29.07. 660€, während die Überfahrt am Sonntag, 26.07. 914€ kostet. Die anderen Tage sind gestaffelt je nach Auslastung. Wir haben sowieso ganz gerne vor und nach der Reise auch noch ein paar Tage frei zu Hause, daher geht unsere Fähre hin am Montag und die zurück am Mittwoch.

    3. auf der norwegischen Seite buchen

    Auf colorline.no wird in Norwegischen Kronen abgerechnet statt in Euro, die Preise sind aber erheblich günstiger. Das wusste ich leider bei meiner letzten Buchung auch noch nicht. Stand heute kostet unsere Fährüberfahrt auf der deutschen Seite 1.602,40€, während sie auf der Norwegischen Seite 13.862 NOK (1.285,43€) kosten würde. Selbst mit ein paar % Fremdwährungsgebühren (die ich nicht mal hätte) lohnt sich das immernoch drastisch. Danke an Deep Crystal Blue für den Tipp.


    Unterkünfte sind in Norwegen klassischerweise entweder das Zelt oder einfache Hütten. Hotels gibt es auch, sind aber unüblich. Die sind nämlich a) ziemlich teuer und b) gibt es schlicht nicht allzu viele (häufig nur in Ballungszentren oder Touri-Hotspots). Fernab der Zivilisation sieht es da schnell mau aus.

    Zelt bietet sich an, da man dank Jedermannsrecht quasi überall in der Natur einfach sein Zelt aufschlagen darf. Außerdem gibt es unzählige Campingplätze, die auch meist recht günstig sind. Zelt ist uns aber nix. Einerseits, weil man da so viel Zeug mitschleppen muss (Zelt, Isomatte, Schlafsack etc) und andererseits, weil wir inzwischen auch etwas bequemer geworden sind. Wir bleiben lieber in Hütten, auf norwegische Hytter.

    Das sind üblicherweise kleine (15-20 m2), einfache Holzhütten (ähnlich wie Gartenlauben) mit einfachen Betten und meist einem Kühlschrank und 2 Herdplatten. Toilette / Dusche hat man selten eine eigene, sondern nutzt dann oft die vom Campingplatz mit. Genauso wie die Zentrale Küche (mit Ofen und erweiterten Kochmöglichkeiten).

    Hier eine typische Hütte in Schweden von außen

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    Und hier eine in Norwegen von innen. Das ist eine der eher wenigen, die sogar einen eigenen Wasseranschluss mit eigener Toilette hatte.

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    Dazu muss man nur bedenken: Das Wetter in Skandinavien ist sehr wechselhaft. Es gibt schon sehr regelmäßig Regen. Im letzten Urlaub etwa an 80% der Tage irgendeine Form von Regen, die mehr als nur ganz leichter Niesel war und für ca. 20% der Fahrzeit. Wenn man dann in der Hauptsaison (Juli-August) an einem regnerischen Wochenende kurzfristig eine Hütte bekommen will, kann das in die Hose gehen. Viele andere machen Urlaub in Skandinavien immer spontan. Also morgens gucken, wo man abends schläft. Dafür sollte man aber in der Hauptsaison immer ein Zelt dabei haben. Es kann sein, dass man kurzfristig in der gewünschten Region keine Hütte mehr findet.


    Deshalb buche ich immer alles vor. Das ist für einen Urlaub von 17 Nächten ein erheblicher Planungsaufwand (2 Nächte auf der Fähre und 3 Pausentage mit Doppelübernachtung = 12 verschiedene Unterkünfte), lohnt sich aber für mich. Einerseits, weil ich während des Urlaubs keine Zeit mehr mit der Planung zubringen muss und andererseits, weil ich mir so Zelt und alles dazugehörige sparen kann.

  • Weiter mit meinen Reisevorbereitungen.

    Ich nehme als Basis für meine Planungen immer Google MyMaps. Das kann man ganz einfach unter

    http://www.google.com/maps/d erreichen bzw. unter http://www.mymaps.google.com

    Dort kann man sich selbst Karten erstellen und mit Inhalten füllen. Als Inhalte stehen einerseits alle Orte bereit, die man auch bei Google Maps findet - man kann aber auch eigene Punkte frei setzen und hinzufügen. Über die Jahre hat sich da bei mir eine ganz praktikable Auswahl an Campingplätzen und Sehenswürdigkeiten entwickelt, die ich mir für jede neue Planung wieder rein ziehe. Also ich erstelle mir eine Karte für "Norwegen 2026" und lade dort dann alle wichtigen Punkte der vorherigen Norwegen-Urlaube rein. Und wenn ein Campingplatz dabei war, den ich besonders toll fand, dann kann ich versuchen, den wieder einzubauen. Außerdem baue ich mir eine persönliche Auswahl an Sehenswürdigkeiten ein und kann die dann bei jeder neuen Route wieder abklappern.


    Unter diesem Link solltet ihr die Karte für Norwegen 2026 finden.

    2026 Norwegen – Google My Maps
    2026 Norwegen
    www.google.com

    Das benutze ich aber inzwischen eher als eine Form von Datenbank. Die eigentliche Planung mache ich in Calimoto. Mir geht es nämlich nicht so sehr darum, an einen bestimmten Ort zu kommen, sondern eher darum, eine schöne Strecke entlang zu kommen.

    Wie man in Calimoto und Konsorten Touren plant, brauche ich hier glaube ich nicht erklären. Ich plane meine Touren meist mit etwas über 300km, aber grundsätzlich so, dass man Abkürzen kann, wenn z.B. das Wetter an dem Tag kacke ist. Beispielhaft hier Tour Nr. 3

    Tour Beispiel.jpg

    Die Tour ist so, wie sie ist, 323km lang. Aber Punkte 10 bis 14 liegen auf dem (geschotterten) Peer Gyntvegen, den man natürlich auch einfach auf der geteerten Straße im Nordosten bzw. der im Südwesten umfahren könnte. Außerdem könnte ich die ganzen Schlenker notfalls einfach auf der E6 umfahren. Dann wäre die Tour noch 170km lang. Und Sterbenslangweilig.

    So plane ich dann meist eine Tour in eine grobe Richtung, in die ich will, bis ich ca. 300km habe, dann schau ich bei Google Maps dort in der Gegend nach Campingplätzen oder sog. Hytteutleie ("Hüttenverleih") und wo möglich buche ich sofort oder frage an. Wenn es in der Gegend keinen gibt, plane ich die Tagestour direkt nochmal um und gucke woanders nach welchen und buche / frage die dann an.

    Das ganze mache ich immer Übernachtung für Übernachtung, aber gleichzeitig von "vorne" (also ab dem ersten Tag) und von "hinten" (also ab dem letzten Tag rückwärts). Man muss nämlich gelegentlich auch mal ein paar Tage auf eine Antwort warten und so wartet man immer auf 2 gleichzeitig. Am Ende schau ich dann, dass die Strecken sich irgendwo in der Mitte treffen. Da ich alle 3-4 Fahrtage einen Pausentag einbaue (zum Wäsche waschen, den hintern ausruhen, ggf. Klamotten trocknen und auch mal Urlaub genießen) kann man notfalls den einen Pausentag in der Mitte doch ausfallen lassen, um die ggf. nötige Differenz zu überbrücken.


    Die Landschaft in Norwegen ist einmalig. Ich sage immer stell dir die Alpen vor, aber zur Hälfte mit Wasser gefüllt.

    Hier mal der Blick vom Dalsnibba Mountain Plateau auf 1.400m, aufgenommen im Juli.

    Dalsnibba.JPG

    Man sieht geradeaus die schneebedeckten Bergspitzen (ca. 1.600m Höhe) und unten im Tal das Gewässer ist der Geiranger Fjord, der als solcher Bestandteil des Meeres ist und damit mehr oder weniger Meeresspiegelhöhe (0m) hat.

    Insgesamt ist die Landschaft in Südnorwegen geprägt von Fjorden (die auf Meereshöhe sind)

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    und Fjellen, die eine eher karge und schroffe "Hochgebirgslandschaft" darstellen

    Fjell.JPG

    Gibt es in der Kombination (Meer und schneebedeckte Berge auf einen Blick) meines Wissens in Europa nur in Skandinavien.


    Die Straßen in Norwegen sind 1a. Es gibt ein paar Schotterwege, die aber auch in Navigationsgeräten entsprechend markiert sind. Die können Landschaftlich besonders reizvoll sein wie hier der Aursjøvegen (und natürlich ziemlich Menschenleer)

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    Üblicherweise sind aber selbst die alten Bergstraßen, die vom Hauptverkehr längst durch Tunnel umfahren werden (wie hier am Røldalsfjellet) mit schönem Asphalt in gutem Zustand bedeckt

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    Das einzige, worauf man aufpassen muss, sind die Fähren. Dadurch, dass die gesamte Westküste Norwegens bis weit ins Landesinnere von Fjorden (und damit von Meer - diese Fjorde können weit über 100m tief sein!) durchzogen ist, kann es sein, dass der Punkt, den ich in 2km Entfernung sehe, über 100km Straße entfernt ist. Und darauf muss man bei der Planung aufpassen.


    Als Beispiel mal hier der sehr große Sognefjord. Der Ort Øvre Årdal liegt genau genommen am Meer, ist aber fast 300km Straßenstrecke Inland

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    Alle Hauptverbindungsachsen (alle, die ein E im Namen tragen oder generell eine "kurze" Nummer haben) haben Fähren, die zumindest tagsüber spätestens alle 30-60 Minuten fahren, nicht selten sogar alle 15 oder 20. Die Preise für solche Fährüberfahrten sind auch überschaubar (meist unter 10€). Aber: wenn man eine kleine Hinterlandstraße entlang fährt, kann es sein, dass die Fähre, die das Navi einfach als Route mit einbaut nur alle 3-4h fährt. Oder noch seltener. Bei meinem ersten Norwegenurlaub hat mein Navi (TomTom war das damals noch) die Fähre über den Lysefjord einfach mit eingebaut. Das Problem: der ganze Lysefjord ist sehr touristisch erschlossen und steht wimre sogar unter Naturschutz. Die Autofähre dort fährt nur 2 mal am Tag und ist über Wochen ausgebucht. Das Problem: die kürzeste Umfahrung fügt über 100km an Strecke dazu


    Hier die Route, die das Navi geplant hatte von einem Random gewählten Startpunkt zu einem Random gewählten Endpunkt. Mit der Lysebotn Fähre 81km, tiefenentspannt

    Lyse 1 81 km.jpg

    die kürzeste Umfahrung fügt schon 152km hinzu (wenn man wie wir erst am Fähranlegeplatz erfährt, dass die Fähre nicht fährt)

    Lyse 2 233km.jpg

    dort war dann aber noch eine Baustelle, sodass nochmal 41 weitere km dazu kamen

    Lyse 3 274km.jpg

    Und wenn deine Tagestour auf einmal ungeplant 190km länger wird, ist das halt ein Problem. An dem Tag ging es für uns, weil wir mit ~230km eine eher kurze Tagestour geplant hatten, die dann natürlich mit ~420km auf einmal zu einer sehr langen Tour geworden ist. War aber noch im Bereich des möglichen.


    Deshalb mache ich es heute so, dass ich nach der Tourenplanung und vor der Buchung der nächsten Unterkunft nochmal die Tour abschaue, welche Fähren dabei sind. Das sieht man ja bei Calimoto ganz gut - da, wo die Route auf einmal übers Wasser geht. Dann befragt man Google nach den Fährplänen. Die stehen alle Online und sind auch meist pünktlich. Dann hat man solche Fähren wie hier, die man nicht weiter beachtet, weil sie tagsüber eh alle 20 Minuten fährt.

    Ferry schedule for Åfarnes - Sølsnes

    Man hat auch so eine hier, die nur ~alle Stunde fährt. Dort notiert man sich die Abfahrtzeiten für den betreffenden Tag einfach vorher und sieht dann zu, dass man entsprechend da ist

    Fährfahrplan für Gjermundshamn - Årsnes

    Und man hat auch solche hier, die man dann einfach direkt ausplant, weil sie 09:05 einmal und dann das nächste mal 12:35 Uhr fährt, man sie aber eigentlich gegen 10 nehmen wollen würde

    Ferry schedule for Rysjedalsvika - Krakhella

    Das würde ich in Südwestnorwegen dringend empfehlen, wenn man Hinterlandstraßen fährt. Calimoto weiß es schlicht nicht, dass die Lysebotn Fähre tunlichst zu vermeiden ist.

  • Ansonsten wären noch zu erwähnen Mautstraßen und Baustellen. Es gibt in Norwegen gar nicht wenige Mautstraßen, auf den allermeisten davon (alle öffentlichen) sind Motorräder aber ausgenommen. Norwegen macht es beim Straßenbau oft so, dass nach dem Neubau z.B. einer Brücke oder eines Tunnels eine Maut eingeführt wird, die dann, wenn das Bauwerk abbezahlt ist, einfach wieder eingestampft wird. Da diese öffentlichen Straßen aber im Normalfall mit automatischen Kennzeichenerfassungssystemen ausgestattet sind, die nur von vorne aufnehmen und man am Motorrad ja schließlich vorne kein Kennzeichen hat, sind Motorräder einfach ausgenommen. Ansonsten sind einige der Schotterwege (z.B. der oben erwähnte Aursjøvegen) mautpflichtig. Viele davon kann man online bezahlen, falls das Kennzeichen richtig erfasst wurde. Offenbar erkennen diese Systeme aber deutsche Motorrad-Kennzeichen im Normalfall nicht. Bei manchen davon braucht man auch Bargeld, daher sollte man zusehen, dass man neben ein paar Münzen für die Duschen auf Campingplätzen (meist 5-10Kronen Münzen) immer auch ein bisschen Kleingeld für private Mautstraßen dabei hat, falls man solche fahren möchte. Da würde ich empfehlen, immer ca 150 NOK (~14€) bei zu haben.

    Ansonsten sollte man sich für die Fähren vorab mit Kennzeichen registrieren, dann läuft die Abrechnung automatisch. Mit Auto muss man sich auch online für die Mautstraßen registrieren und die Abrechnung läuft dann auch dafür automatisch.

    Mautstraßenerfassung hier

    https://www.autopass.no/en/ (das trifft aber wie gesagt nur auf Autos zu, Motorräder sind schließlich ausgenommen). Achtung: bei der AutoPass Variante bekommt man einen Transponder zugeschickt, den man sich hinter die Windschutzscheibe kleben soll. Dafür sollte man sich also entsprechende Vorlaufzeiten einplanen.

    Und für die Fähren kann man sich - wenn man KEINEN AutoPass hat - bei FerryPay registrieren, damit die Fähren automatisch von der Kreditkarte abgebucht werden

    Pay with FerryPay – a payment solution with no invoice or invoice fees, and no discounts - AutoPASS-ferje
    If you do not have an AutoPASS-approved tag, you can now avoid an invoice and invoice fee by post after your ferry journey. Create a FerryPay agreement to pay…
    autopassferje.no

    Für PKW macht es mehr Sinn, sich rechtzeitig im Voraus mit einem AutoPass Transponder auszustatten und dann auch für die Fähren die Rabattvariante mit AutoPass zu nehmen

    Pay with a valid AutoPASS-approved tag – get a 10% discount on your ferry journeys - AutoPASS-ferje
    Don’t want a prepayment agreement? Use an AutoPASS-approved tag and receive an automatic discount on your ferry journeys. If you drive with a valid…
    autopassferje.no

    Baustellen das Problem hatte ich nur 2017, da war es aber heftig. Da das Straßennetz insgesamt sehr dünn ist, kann man Baustellen manchmal nur mit großem Umweg (siehe oben die Lysefjord Geschichte - 40km mehr!) umfahren. Außerdem gibt es gelegentlich sehr lange Baustellen, wo dann ein "Follow me" vehicle durch fährt. Alle, die zu dem Zeitpunkt dort stehen, fahren dem Follow me Fahrzeug nach. Wenn gerade keins da steht muss man warten, bis es wieder kommt. Was durchaus auch mal eine halbe Stunde dauern kann. Wir hatten es auch an einer Stelle, dass wir gegen 17 Uhr an der Baustelle ankamen und die haben da gerade Feierabend gemacht. Dafür war die Baustelle über eine Stunde komplett gesperrt, weil die die schweren Baumaschinen raus gefahren haben.

    Da kann man nicht viel gegen machen, außer von Anfang an genügend Puffer in die Touren mit einzuplanen. Das Problem hatten wir aber wie gesagt nur 2017 so wirklich ausgiebig. 2019 und 2023 war nichts außergewöhnliches.