Nach 3 Jahren ungewollter "Abstinenz" geht es diesen Sommer wieder auf 2x2 Rädern nach Norwegen. Frauchen hatte Anfang 2024 einen Skiunfall, bei dem sie sich das Knie ziemlich zerstört hat. Kreuzband, Innenband und Meniskus gerissen. An die OP schloss sich ein eher langwieriger Heilungsprozess an. Deshalb musste für den Sommerurlaub 24 eine neue Lösung her. Wir wollten eigentlich einen Roadster mieten, das gestaltete sich aber recht schwierig. Bei SIXT darf man nämlich mit dem Z4 (zumindest mit bestimmten Motorisierungen) nicht nach Tschechien und woanders habe ich überhaupt keine Cabrios gefunden. Der MX-5 wurde 2024 bei Sixt auch ausgeflottet. Was also tun?
Im Mai hatte ich noch eine Reha, die mir die potenzielle "Gefahr" meiner neurologischen Krankheit vor Augen geführt hat. Ich habe also nach der Reha kurzerhand meine Aktien liquidiert und einen MX-5 gekauft. In der schönsten aller Farben: Turmalinblau metallic.
Der Plan war, den für 2024 zu fahren und ihn danach wieder zu verkaufen. Aus dem Plan ist nix geworden. Dieses Auto ist eine Wucht, fahrerisch mit nichts zu vergleichen, das ich sonst je gefahren bin. Wir waren mit ihm 2024 im Sommerurlaub in Tschechien, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich und Deutschland unterwegs.
Und haben danach beschlossen, dass er bleiben muss.
Weil mein Bruder sich (nachdem er meinen ausprobiert hat) in seiner Wahlheimat England auch einen gekauft hat, sind wir 2025 mit dem MX-5 nach Großbritannien und haben dort mit ihm zusammen Wales, Schottland und England unsicher gemacht.
Die Reiseberichte gibt es ja hier nachzulesen
Dieses Jahr geht es dann wie gehabt wieder nach Norge. Dort waren wir 2017, 2019 und 2023 schon, immer auf Motorrad. 2023 habe ich im Forum der Africa Twin einen Bericht geschrieben. Norwegen 2023
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Als Ergebnis des letzten Urlaubs haben wir beschlossen, dass wir Schweden erstmal auslassen. Landschaftlich ist es (verglichen mit Norwegen) doch eher langweilig und die Reise durch Schweden durch braucht halt schon ein paar der wertvollen Urlaubstage.
Über die verschiedenen Wege nach Norwegen habe ich 2023 schon einmal berichtet, aber nicht hier. Deshalb dieser Teil nochmal rüber kopiert (Preise habe ich aktualisiert)
Die An- und Abreise von und nach Skandinavien geht im Prinzip auf 4 verschiedenen Wegen.
Weg 1 ist die Öresundbrücke. Geht von Dänemark nach Schweden (und führt damit über 250km in Richtung Osten und damit von Norwegen weg), kostet relativ viel Maut (ca. 65€ pro Auto einfache Überfahrt) und man muss noch über 500km in Schweden zurücklegen, um nach Norwegen zu kommen. Nicht übermäßig sinnvoll.
Weg 2 ist eine der kürzeren Fähren von Dänemark nach Norwegen. Da gibt es 2 ganz brauchbare Verbindungen, man muss aber eben komplett durch Schleswig Holstein und Dänemark durch, die beide fahrerisch wenig zu bieten haben. Preise sind extrem vom Tag und der Uhrzeit abhängig. 1 Auto und 2 Personen zwischen 100€ und 560€ einfache Überfahrt
Weg 3 ist eine der kürzeren Fähren von Ostdeutschland nach Schweden. Z.B. Trelleborg Rostock. Auch hier wieder sehr von Datum und Uhrzeit abhängig. Stand heute liegt die einzelne Überfahrt zwischen 150 und 350€
Weg 4 ist eine der längeren Fähren über Nacht. Standard ist Kiel – Oslo, es gibt aber auch Kristiansand – Bergen oder Kristiansand – Stavanger. Preise zwischen 550 und 1.100€ (einzelne Überfahrt) für 2 Personen und 1 Auto mit Kabine ohne Mahlzeiten. Preise jetzt gerade geschaut für Reisen zwischen nächste Woche und Ende Juli
Bei so gut wie allen Fähren bekommt man Frühbucherrabatte, wenn man rechtzeitig bucht. Rechtzeitig kann dabei auch heißen mindestens 3 Monate im voraus. Tendenziell ist in der Woche 20-30% günstiger, als am Wochenende.
Der für uns sinnvollste Weg ist die über-Nacht-Fähre von Kiel nach Oslo, weil man sich viele langweilige Kilometer (und mindestens 2 wertvolle Tage Urlaub) spart. Dazu 3 Tipps, wie man viele Hundert € sparen kann:
1. Früh buchen
Bei Buchung bis irgendwann im Januar oder Februar (die Seite sagt einem im Winter, bis wann) kann man mehrere Hundert € sparen. Im Januar haben wir ca 1.200€ für die Überfahrt im Juli bezahlt (hin und zurück, 2 Personen und Motorräder, Standard-Innenkabine und jeweils 2x Abendbuffet und Frühstücksbuffet). Bei Buchung heute würde die exakt selbe Buchung 1.600€ kosten
2. In der Woche fahren
Wenn der Urlaub das her gibt, sollte man die Fähren zwischen Montag und Donnerstag nehmen. Stand heute kostet die einfache Überfahrt am Mi, 29.07. 660€, während die Überfahrt am Sonntag, 26.07. 914€ kostet. Die anderen Tage sind gestaffelt je nach Auslastung. Wir haben sowieso ganz gerne vor und nach der Reise auch noch ein paar Tage frei zu Hause, daher geht unsere Fähre hin am Montag und die zurück am Mittwoch.
3. auf der norwegischen Seite buchen
Auf colorline.no wird in Norwegischen Kronen abgerechnet statt in Euro, die Preise sind aber erheblich günstiger. Das wusste ich leider bei meiner letzten Buchung auch noch nicht. Stand heute kostet unsere Fährüberfahrt auf der deutschen Seite 1.602,40€, während sie auf der Norwegischen Seite 13.862 NOK (1.285,43€) kosten würde. Selbst mit ein paar % Fremdwährungsgebühren (die ich nicht mal hätte) lohnt sich das immernoch drastisch. Danke an Deep Crystal Blue für den Tipp.
Unterkünfte sind in Norwegen klassischerweise entweder das Zelt oder einfache Hütten. Hotels gibt es auch, sind aber unüblich. Die sind nämlich a) ziemlich teuer und b) gibt es schlicht nicht allzu viele (häufig nur in Ballungszentren oder Touri-Hotspots). Fernab der Zivilisation sieht es da schnell mau aus.
Zelt bietet sich an, da man dank Jedermannsrecht quasi überall in der Natur einfach sein Zelt aufschlagen darf. Außerdem gibt es unzählige Campingplätze, die auch meist recht günstig sind. Zelt ist uns aber nix. Einerseits, weil man da so viel Zeug mitschleppen muss (Zelt, Isomatte, Schlafsack etc) und andererseits, weil wir inzwischen auch etwas bequemer geworden sind. Wir bleiben lieber in Hütten, auf norwegische Hytter.
Das sind üblicherweise kleine (15-20 m2), einfache Holzhütten (ähnlich wie Gartenlauben) mit einfachen Betten und meist einem Kühlschrank und 2 Herdplatten. Toilette / Dusche hat man selten eine eigene, sondern nutzt dann oft die vom Campingplatz mit. Genauso wie die Zentrale Küche (mit Ofen und erweiterten Kochmöglichkeiten).
Hier eine typische Hütte in Schweden von außen
Und hier eine in Norwegen von innen. Das ist eine der eher wenigen, die sogar einen eigenen Wasseranschluss mit eigener Toilette hatte.
Dazu muss man nur bedenken: Das Wetter in Skandinavien ist sehr wechselhaft. Es gibt schon sehr regelmäßig Regen. Im letzten Urlaub etwa an 80% der Tage irgendeine Form von Regen, die mehr als nur ganz leichter Niesel war und für ca. 20% der Fahrzeit. Wenn man dann in der Hauptsaison (Juli-August) an einem regnerischen Wochenende kurzfristig eine Hütte bekommen will, kann das in die Hose gehen. Viele andere machen Urlaub in Skandinavien immer spontan. Also morgens gucken, wo man abends schläft. Dafür sollte man aber in der Hauptsaison immer ein Zelt dabei haben. Es kann sein, dass man kurzfristig in der gewünschten Region keine Hütte mehr findet.
Deshalb buche ich immer alles vor. Das ist für einen Urlaub von 17 Nächten ein erheblicher Planungsaufwand (2 Nächte auf der Fähre und 3 Pausentage mit Doppelübernachtung = 12 verschiedene Unterkünfte), lohnt sich aber für mich. Einerseits, weil ich während des Urlaubs keine Zeit mehr mit der Planung zubringen muss und andererseits, weil ich mir so Zelt und alles dazugehörige sparen kann.