Weiter mit meinen Reisevorbereitungen.
Ich nehme als Basis für meine Planungen immer Google MyMaps. Das kann man ganz einfach unter
http://www.google.com/maps/d erreichen bzw. unter http://www.mymaps.google.com
Dort kann man sich selbst Karten erstellen und mit Inhalten füllen. Als Inhalte stehen einerseits alle Orte bereit, die man auch bei Google Maps findet - man kann aber auch eigene Punkte frei setzen und hinzufügen. Über die Jahre hat sich da bei mir eine ganz praktikable Auswahl an Campingplätzen und Sehenswürdigkeiten entwickelt, die ich mir für jede neue Planung wieder rein ziehe. Also ich erstelle mir eine Karte für "Norwegen 2026" und lade dort dann alle wichtigen Punkte der vorherigen Norwegen-Urlaube rein. Und wenn ein Campingplatz dabei war, den ich besonders toll fand, dann kann ich versuchen, den wieder einzubauen. Außerdem baue ich mir eine persönliche Auswahl an Sehenswürdigkeiten ein und kann die dann bei jeder neuen Route wieder abklappern.
Unter diesem Link solltet ihr die Karte für Norwegen 2026 finden.
Das benutze ich aber inzwischen eher als eine Form von Datenbank. Die eigentliche Planung mache ich in Calimoto. Mir geht es nämlich nicht so sehr darum, an einen bestimmten Ort zu kommen, sondern eher darum, eine schöne Strecke entlang zu kommen.
Wie man in Calimoto und Konsorten Touren plant, brauche ich hier glaube ich nicht erklären. Ich plane meine Touren meist mit etwas über 300km, aber grundsätzlich so, dass man Abkürzen kann, wenn z.B. das Wetter an dem Tag kacke ist. Beispielhaft hier Tour Nr. 3
Tour Beispiel.jpg
Die Tour ist so, wie sie ist, 323km lang. Aber Punkte 10 bis 14 liegen auf dem (geschotterten) Peer Gyntvegen, den man natürlich auch einfach auf der geteerten Straße im Nordosten bzw. der im Südwesten umfahren könnte. Außerdem könnte ich die ganzen Schlenker notfalls einfach auf der E6 umfahren. Dann wäre die Tour noch 170km lang. Und Sterbenslangweilig.
So plane ich dann meist eine Tour in eine grobe Richtung, in die ich will, bis ich ca. 300km habe, dann schau ich bei Google Maps dort in der Gegend nach Campingplätzen oder sog. Hytteutleie ("Hüttenverleih") und wo möglich buche ich sofort oder frage an. Wenn es in der Gegend keinen gibt, plane ich die Tagestour direkt nochmal um und gucke woanders nach welchen und buche / frage die dann an.
Das ganze mache ich immer Übernachtung für Übernachtung, aber gleichzeitig von "vorne" (also ab dem ersten Tag) und von "hinten" (also ab dem letzten Tag rückwärts). Man muss nämlich gelegentlich auch mal ein paar Tage auf eine Antwort warten und so wartet man immer auf 2 gleichzeitig. Am Ende schau ich dann, dass die Strecken sich irgendwo in der Mitte treffen. Da ich alle 3-4 Fahrtage einen Pausentag einbaue (zum Wäsche waschen, den hintern ausruhen, ggf. Klamotten trocknen und auch mal Urlaub genießen) kann man notfalls den einen Pausentag in der Mitte doch ausfallen lassen, um die ggf. nötige Differenz zu überbrücken.
Die Landschaft in Norwegen ist einmalig. Ich sage immer stell dir die Alpen vor, aber zur Hälfte mit Wasser gefüllt.
Hier mal der Blick vom Dalsnibba Mountain Plateau auf 1.400m, aufgenommen im Juli.
Dalsnibba.JPG
Man sieht geradeaus die schneebedeckten Bergspitzen (ca. 1.600m Höhe) und unten im Tal das Gewässer ist der Geiranger Fjord, der als solcher Bestandteil des Meeres ist und damit mehr oder weniger Meeresspiegelhöhe (0m) hat.
Insgesamt ist die Landschaft in Südnorwegen geprägt von Fjorden (die auf Meereshöhe sind)
Fjord.jpg
und Fjellen, die eine eher karge und schroffe "Hochgebirgslandschaft" darstellen
Fjell.JPG
Gibt es in der Kombination (Meer und schneebedeckte Berge auf einen Blick) meines Wissens in Europa nur in Skandinavien.
Die Straßen in Norwegen sind 1a. Es gibt ein paar Schotterwege, die aber auch in Navigationsgeräten entsprechend markiert sind. Die können Landschaftlich besonders reizvoll sein wie hier der Aursjøvegen (und natürlich ziemlich Menschenleer)
Schotterweg.jpg
Üblicherweise sind aber selbst die alten Bergstraßen, die vom Hauptverkehr längst durch Tunnel umfahren werden (wie hier am Røldalsfjellet) mit schönem Asphalt in gutem Zustand bedeckt
alte Bergstraße.JPG
Das einzige, worauf man aufpassen muss, sind die Fähren. Dadurch, dass die gesamte Westküste Norwegens bis weit ins Landesinnere von Fjorden (und damit von Meer - diese Fjorde können weit über 100m tief sein!) durchzogen ist, kann es sein, dass der Punkt, den ich in 2km Entfernung sehe, über 100km Straße entfernt ist. Und darauf muss man bei der Planung aufpassen.
Als Beispiel mal hier der sehr große Sognefjord. Der Ort Øvre Årdal liegt genau genommen am Meer, ist aber fast 300km Straßenstrecke Inland
Fjord Strecke.jpg
Alle Hauptverbindungsachsen (alle, die ein E im Namen tragen oder generell eine "kurze" Nummer haben) haben Fähren, die zumindest tagsüber spätestens alle 30-60 Minuten fahren, nicht selten sogar alle 15 oder 20. Die Preise für solche Fährüberfahrten sind auch überschaubar (meist unter 10€). Aber: wenn man eine kleine Hinterlandstraße entlang fährt, kann es sein, dass die Fähre, die das Navi einfach als Route mit einbaut nur alle 3-4h fährt. Oder noch seltener. Bei meinem ersten Norwegenurlaub hat mein Navi (TomTom war das damals noch) die Fähre über den Lysefjord einfach mit eingebaut. Das Problem: der ganze Lysefjord ist sehr touristisch erschlossen und steht wimre sogar unter Naturschutz. Die Autofähre dort fährt nur 2 mal am Tag und ist über Wochen ausgebucht. Das Problem: die kürzeste Umfahrung fügt über 100km an Strecke dazu
Hier die Route, die das Navi geplant hatte von einem Random gewählten Startpunkt zu einem Random gewählten Endpunkt. Mit der Lysebotn Fähre 81km, tiefenentspannt
Lyse 1 81 km.jpg
die kürzeste Umfahrung fügt schon 152km hinzu (wenn man wie wir erst am Fähranlegeplatz erfährt, dass die Fähre nicht fährt)
Lyse 2 233km.jpg
dort war dann aber noch eine Baustelle, sodass nochmal 41 weitere km dazu kamen
Lyse 3 274km.jpg
Und wenn deine Tagestour auf einmal ungeplant 190km länger wird, ist das halt ein Problem. An dem Tag ging es für uns, weil wir mit ~230km eine eher kurze Tagestour geplant hatten, die dann natürlich mit ~420km auf einmal zu einer sehr langen Tour geworden ist. War aber noch im Bereich des möglichen.
Deshalb mache ich es heute so, dass ich nach der Tourenplanung und vor der Buchung der nächsten Unterkunft nochmal die Tour abschaue, welche Fähren dabei sind. Das sieht man ja bei Calimoto ganz gut - da, wo die Route auf einmal übers Wasser geht. Dann befragt man Google nach den Fährplänen. Die stehen alle Online und sind auch meist pünktlich. Dann hat man solche Fähren wie hier, die man nicht weiter beachtet, weil sie tagsüber eh alle 20 Minuten fährt.
Ferry schedule for Åfarnes - Sølsnes
Man hat auch so eine hier, die nur ~alle Stunde fährt. Dort notiert man sich die Abfahrtzeiten für den betreffenden Tag einfach vorher und sieht dann zu, dass man entsprechend da ist
Fährfahrplan für Gjermundshamn - Årsnes
Und man hat auch solche hier, die man dann einfach direkt ausplant, weil sie 09:05 einmal und dann das nächste mal 12:35 Uhr fährt, man sie aber eigentlich gegen 10 nehmen wollen würde
Ferry schedule for Rysjedalsvika - Krakhella
Das würde ich in Südwestnorwegen dringend empfehlen, wenn man Hinterlandstraßen fährt. Calimoto weiß es schlicht nicht, dass die Lysebotn Fähre tunlichst zu vermeiden ist.