Irgendwie kommt man an ihr nicht vorbei. Ob es ein Pass ist oder ein Freizeitpark für motorisierte Fahrer (und Radler), ist wahrscheinlich Auslegungssache.
Funde belegen, dass hier bereits 100 v. Chr. ein Handelsweg bestand. Der Pass war zwar nie ganz unwichtig, erhielt aber nie die verkehrstechnische Bedeutung, wie z. B. der Brenner-, Tauern- oder Gotthardpass. Um 1900 reiften die Pläne und es wurde begonnen, hier eine eher touristisch angelegte Trasse zu bauen. Es dauerte letztlich bis in die 30er Jahre, um die Straße für den „Automobil-Touristen“ auszubauen. Auch mit dem Hintergedanken als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und zur Ankurbelung der noch jungen Autoindustrie.
Bis heute ist die Glockner-Straße eine Reise wert. Natürlich wird der Tourismus hochgradig professionell betrieben und ist teilweise auch grenzwertig. So gibt’s z. B. ein großes Parkhaus am Gletscher. Und der Anblick auf den Gletscher ist auch nicht gerade „beruhigend“, sowohl wegen der Menschenmassen, als auch wegen des Zustands des Gletschers. Links und rechts der Straße findet man einige Info-Punkte, wie z. B. ein kleines Museum über den Bau der Strecke.
Der höchste (öffentlich) anfahrbare Punkt ist die Edelweißspitze mit rund 2575 Meter. Dieser Punkt wird über eine kleine Stichstraße angefahren, die durchgehend gepflastert und eng ist. Aber ich glaube, die existiert in dieser Form „schon immer“. Wird auch wahrscheinlich nie anders sein (Denkmalschutz). Ganz oben ist ein Parkplatz mit einem Restaurant (sehr leckerer Apfelstrudel). Der Parkplatz ist bei schönem Wetter aber ab ca. 10:00 Uhr knüppeldickevoll. Bei klarem Wetter reicht die Sicht von der Nordsee bis zum Mittelmeer
Hier die Einfahrt in die kleine Stichstraße zur Edelweißspitze (Standbild aus Video). Es „fehlen“ noch rund 150 Höhenmeter und 6 Kehren.
Ein edles weißes Auto an der Edelweißspitze ![]()
Die optischen Eindrücke auf der gesamten Passage sind oftmals überwältigend. Wer will, kann in unzähligen kleinen Parkbuchten anhalten und einen Spaziergang machen. Im Prinzip kann man sich hier einen ganzen Tag aufhalten. Ungewöhnlich ist auch die Stimmung. Wer will, kommt immer mit Auto- und Motorrad-Touristen ins Gespräch. Die Trasse selbst ist im perfekten Zustand, aber seit ein paar Jahren auf 70 Km/h begrenzt, was auch unregelmäßig überwacht wird. Aber ganz ehrlich…. manche sind da auch wie entfesselt rübergehämmert.
Blöderweise ist das mit einer typischen Rundfahrt rund um den Glockner nicht ganz einfach, besser gesagt: nicht ganz billig. Für’n Auto kostet die Tageskarte mittlerweile 46 Euro. Wer den Glockner als klassische Rundfahrt plant, muss entweder über den Felbertauern oder durch den Bahntunnel bei Mattrei. Kostet aber auch Geld
. Für eine Rundfahrt bietet sich ein Kombiticket Glockner/Felbertauern an, was man an der Kasse beim Glockner ordern kann.
Wer über den Glockner möchte, sollte sich erkundigen, ob irgendwelche Veranstaltungen stattfinden und eine Sperrung vorliegt. Es werden im Sommer oft Motorsportveranstaltungen, Laufveranstaltungen oder Radrennen durchgeführt. Uns ist es im HOCHSOMMER auch schon passiert: Gesperrt wegen Schnee, Weiterfahrt nur mit Schneeketten.
Fototipp: Eigentlich ist die komplette Straße ein einziges Fotomotiv. Aber es gibt einen speziellen Punkt in Heiligenblut. Zu Zeiten der Analogfotografie war es das meistfotografierte Motiv in Österreich. Die Kirche von Heiligenblut, im Hintergrund der Großglockner. Kommt man vom Süden, ist gleich am Ortseingang (linke Seite) von Heiligenblut ein kleines Plateau mit einem Parkplatz/Tiefgarage. Mehr Klischee geht nicht.
Erweiterungstipp: Vom nördlichen Punkt der Glockner-Straße aus, ist es nicht weit nach Kaprun. Dort kann man durch die Sigmund-Thun-Klamm spazieren. Auf einem angelegten Holzweg kann man durch die enge Schlucht knapp oberhalb der Stromschnellen laufen. Kostet natürlich auch Geld. Oben am Stausee gibt’s einen kleinen Imbiss, für die kleine Pause.
Die Route startet nord-östl. von Lienz bei Winklern. Sie endet in Kaprun, ganz in der Nähe der Sigmund-Thun-Klamm. Eingebaut sind Abstecher an den Gletscher und zur Edelweißspitze. Beachtet auch meinen Tipp hier. Könnte man z. B. teilweise kombinieren.
Das Beispiel ist rund 100 Km lang. Je nach Auslegung als Rundfahrt oder als Durchgangsetappe rechnet rund einen Tag ein. Einfach nur schnell rüber… nee, dafür ist es immer noch zu spektakulär (und dann auch zu teuer).
Geplant als Route im GPX-Format mit Garmin Basecamp und der zurzeit aktuellen Garmin-Karte.