Neue Regeln im Straßenverkehr

  • Sehe ich auch so. Die ganze Raser in den Nachrichten die Fußgängern oder anderen Verkehrsteilnehmern das Leben gekostet haben, sind meiner Meinung nach viel zu gut wegekommen.

  • Im Artikel wird auch die Idee aufgegriffen, die PS-Leistung zu reglementieren, auch wenn sich der Autor des Beitrages die Durchführung wohl nicht vorstellen kann. Das ist eine Regelung, die mittlerweile "uralt" ist und bei den Mopedfahrern praxisgerecht umgesetzt ist.


    Ob es am Ende eine sinnvolle Regelung ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn selbst mit einem 50 PS-Auto kann man böse von der Straße fliegen oder einen Fußgänger umfahren.

    einen gewissen sinn sehe ich darin, dass bei einem 50 ps auto einfach der anreiz fehlt, einen fett krassen bwm in seine schranken zu verweisen
    was bei einer bestimmten klientel u.u. sehr wichtig ist

    Meiner Meinung nach macht so eine Leistungs-Staffellung bei Motorrädern schon Sinn, weil deren Fahrphysik anfangs einfach deutlich fordernder ist und weniger verzeiht. Zudem sind die normalerweise auch mit relativ wenig Leistung "ausreichend schnell" für eine adäquate Teilnahme am Verkehrsfluss.


    Bei Autos hätte ich da so meine Probleme. Das Leistungs- und Geschwindigkeitsniveau hat sich hier einfach deutlich nach oben entwickelt. Spielt in der Stadt jetzt nicht so die große Rolle, aber bei Überland und Autobahn sieht das schon anders aus.


    Unsere Tochter hatte als Fahranfängerin einen (ziemlich) alten Fiesta mit 60PS (Sauger natürlich, und vermutlich auch nicht mehr 100% der ursprünglichen Leistung). Da sie studienbedingt regelmäßig zwischen Augsburg und Tübingen pendelt, hat sich schnell gezeigt, dass das mit diesem Fahrzeug tatsächlich richtig gefährlich ist. Einfädeln auf der Autobahn ist schwierig und risikoreich, bei manchen Überholvorgängen (auf der Autobahn) hängt regelmäßig jemand direkt im Heck, ein vernünftiges Mitschwimmen mit dem Verkehrsfluss ist vielfach schlichtweg nicht wirklich möglich. Als Beitrag zur Sicherheit haben wir uns daher dazu entschlossen, ihr ein leistungsstärkeres Auto zu kaufen (das zudem natürlich auch noch eine modernere Sicherheitsausstattung hat). Mittlerweile hat sie einen Corsa (D Modell, Bj. 2014, 100PS) und sagt selbst, dass sie damit einfach viel entspannter, weniger gehetzt (von anderen Verkehrsteilnehmern) und ohne irgendwelche Risiken eingehen zu müssen, unterwegs ist.


    Insofern ist wohl weniger das 50PS Auto, das irgendwelche anderen "in die Schranken weisen" will, das Problem. Sondern eher die anderen, die dieses 50PS Auto am liebsten direkt aus dem Weg räumen wollen.

    Eine Garage ohne MX-5 ist nur ein ödes, leeres Loch.

  • einen gewissen sinn sehe ich darin, dass bei einem 50 ps auto einfach der anreiz fehlt, einen fett krassen bwm in seine schranken zu verweisen
    was bei einer bestimmten klientel u.u. sehr wichtig ist

    Ja, das ist richtig. Aber die Frage ist, ob sich dieses Verhalten einfach nur verlagert. Dann gibt's eben ein "Kräftemessen" zwischen einem 50 PS Lupo und einem 50 PS Dacia.


    Ob die Häufigkeit bei Motorradunfällen im direkten Zusammenhang mit der Fahrzeugleistung steht, ist sehr schwer zu beurteilen. Der ADAC hat eine Untersuchung zum Thema gemacht und hatte in der Untersuchung einen ganz entscheidenden Schlüsselsatz, Zitat:

    Dem Einflussfaktor Mensch kommt die wichtigste Rolle bei der Entstehung eines Verkehrsunfalls zu. Dieser beeinflusst durch sein Verhalten am Lenker, seine Fahrpraxis und seine persönliche Einstellung zum Straßenverkehr maßgeblich das Fahrverhalten und somit das Unfallgeschehen.


    Die ganze Studie hier


    Und damit sind wir bei der charakterlichen Eignung, die auch vom Gesetzgeber eine wichtige Vorgabe für die Teilnahme am Straßenverkehr ist. Auch hierzu meine ganz persönliche Meinung: An dieser Stelle sollte der Hebel angesetzt werden. Wer bestimmte Verkehrsdelikte (insbesondere aus dem Umfeld der Verkehrssicherheit) in einer auffälligen Häufigkeit begeht, muss sich die Frage nach der charakterlichen Eignung gefallen lassen.


    Ein richtiger Ansatz ist der Führerschein auf Probe. Aber wieso eigentlich gilt diese Regelung nur für Fahranfänger und nicht für alle?

  • Insofern ist wohl weniger das 50PS Auto, das irgendwelche anderen "in die Schranken weisen" will, das Problem. Sondern eher die anderen, die dieses 50PS Auto am liebsten direkt aus dem Weg räumen wollen.

    Was wiederum eine Charakterfrage ist.


    Und da bestsätigt sich der ADAC-Bericht: Hauptursache ist der Faktor Mensch.


    Angefangen von einer grenzenlosen Selbstüberschätzung über eine mangelnde Ausbildung und fehlende Selbstkritik bis hin zur eingschränkter Sozialkompetenz.

  • Genug Blödsinn kann ich auch im Straßenverkehr mit 50 ps machen.


    Es darf einfach keine Toleranz geben.


    Es gibt Regeln und diese gilt es zu befolgen zur Sicherheit aller Teilnehmenden und wer diese missachtet aus Proll und Matchogehabe hat im Straßenverkehr nichts zu suchen und gehört von der Straße runter.

  • Es darf einfach keine Toleranz geben.


    Es gibt Regeln und diese gilt es zu befolgen zur Sicherheit aller Teilnehmenden und wer diese missachtet aus Proll und Matchogehabe hat im Straßenverkehr nichts zu suchen und gehört von der Straße runter.

    Soweit so gut.


    Aber wie ist das alles in Einklang zu bringen?


    Nur hier schon im relativ kleinen MX-Forum:


    Auf der einen Seite der Aufschrei "Wegelagerei, Abzocke" wenn "geblitzt" wird. Als "Kampfsansage" wird dann offen über Blitzer-Apps gesprochen.


    Auf der anderen Seite die Forderung nach merkbaren und deutlich höheren Strafen.


    Wie muss das eingeordnet werden? Zweiklassengesellschaft im Straßenverkehr?

  • Es sollte natürlich ein Unterschied sein ob ich bei erlaubten 70 kmh außerhalb mit 85 kmh geblitzt werde oder eben egal wo mit 150 und in privater Raserrei verwickelt.


    Sowas sollte in einem Verfahren schon erkannt werden.


    Und zudem sollte man sehen das Außerhalb geschlossener Ortschaften etwas anders gehandhabt werden müsste als in der Stadt. Wenn ich mir überlege wieviele Menschen schon an Bushaltestellen ihr Leben gelassen haben wegen irgendwelcher Idioten die dann im folgenden Prozess mit 2 Jahre auf Bewährung davon kommen.


    Mich ärgert es wenn ich außerhalb geschlossener rausgewunken werde weil ich statt erlaubten 70 kmh 85 kmh gefahren bin.


    Im Gegenzug passiert nichts wenn irgendwelche pubertierenden abends mit V8 Sound durch die Siedlung ballern.

  • Von Abzocke bzw. Wegelagerei würde ich persönlich sprechen, wenn scheinbar ohne Grund (jaja, gibbet nicht) Tempolimits eingerichtet werden und die Blitzer dort anschließend im Akkord arbeiten. Andererseits: es zwingt mich ja niemand, dort dann trotzdem zu schnell zu fahren.


    Ansonsten fand ich diese Statistik mal wieder köstlich. Eigentlich müsste nun auch wieder die Studie aus der Schublade geholt werden, wonach alte Menschen häufig in Unfälle verwickelt werden, weil das Reaktionsvermögen ja im Alter nachlässt. Dies verbunden mit der Forderung, dass man ab Alter xx gefälligst den Führerschein abzugeben habe. Alles schon mal dagewesen.


    Wobei ich regelmäßige Überprüfungen der Fahrtüchtigkeit incl. auffrischen der theoretischen Kenntnisse als durchaus sinnvoll erachten würde. Die Autos müssen schließlich auch zum TüV. Soweit mein Senf zu dem Thema. :saint:

    Viele Grüße Volker :thumbup:


    Bud Spencer: "Du hörst mit dem Vorschlagen auf und bringst was zu fressen, sonst qualmts...für den Gentleman und mich."

  • Wenn die erwischt werden, werden die genauso rauagezogen, wie wenn du erwischt wirst beim zu schnell fahren.


    Was du willst:


    "bei mir ein Auge zudrücken, bitte".


    Ich bin da dann doch eher bei der einfachen Regelung:


    1) Nicht beschweren, wenn man geblitzt wird. In 95 Prozent (Bauchgefühl Zahl) der Fälle ist man am Ende doch selbst schuld. (ob nun aus Unachtsamkeit oder mutwillig ist dabei egal).


    2) Bei höheren Vergehen ... Also quasi immer dann, wenn es auch mindestens einen Punkt geben würde... die Strafen gehörig anziehen.


    3) bei Wiederholungstätern irgendwie auch ans Fahrzeug selbst gehen (vorübergehende Beschlagnamung?)

  • man muss bei mir kein Auge zudrücken. Wie du schon geschrieben hast bin ich dann auch mit deiner Lösung einverstanden. Auch wenn ich dann erwischt werde.


    Aber ich sehe das so das außerhalb statt 70 mit 85 gefahren wird als eher harmlos an als mit 70 durche Innenstadt an etlichen Passanten vorbei.


    Und diese privaten Rennen müssen aufhören.