Nein, im Grunde ändert das nichts an meiner Einschätzung, sondern bestätigt sie nur.
Es wird etwas differenzierter und verständlicher. Der Hauptwiderspruch ist, dass sie einen sehr positiven Effekt nennen, die Eingriffe aber gleichzeitig so zart sind, dass sie weder im TorqueVectoring, noch in der Kinematik einen wirklich deutlichen Effekt haben werden.
Ich könnte mir aufgrund der Schilderungen vorstellen, dass das KPC in Verbindung mit den weichen Serien-/Bilstein-Fahrwerken einen wahrnehmbaren positiven Effekt hat, beim Turn-In und beim Turn-Out. Dabei kaschiert/mildert es im Prinzip Nachteile der Serie, wie Rollneigung, sehr weiche Federraten und viel Bewegung in Kurven.
Also alles Themen, die ich mit einem guten Fahrwerk reduziere, bzw. sogar als Nachteil vermeide. D.h. auch der Effekt eines guten Fahrwerks ist um Faktoren größer, als das was das KPC überhaupt bringen kann. Mit einem steiferen Fahrwerk werden die Effekte durch das KPC auch deutlich geringer, insbesondere die kinematischen, da das Fahrwerk bei den geringen Kräften mit steiferen Federn viel weniger Weg macht. D.h. nmE auch, dass man den Effekt des KPC beim Turn-In mit einem steiferen Fahrwerk wahrscheinlich gar nicht mehr bemerken wird, bzw. dass es in Verbindung mit einem steiferen Fahrwerk keine nennenswerten, wahrnehmbaren Vorteile mehr hat.
Das im letzten Teil beschriebene leichte Torque-Vectoring beim Herausbeschleunigen sollte mit allen Fahrwerken ein Vorteil sein. Ohne Differentialsperre ist das sicher ein guter Schritt, der noch einmal Traktion bringt. Mit Differentialsperre ist der Effekt wahrscheinlich eher vernachlässigbar, wenn der Fahrer die Traktion gut dosieren kann und vielleicht eine kleine Hilfe für den ungeübten Fahrer.
Also zusammenfassend sicher eine gute Weiterentwicklung, wenn man Serie fährt. Wer sowieso am Fahrwerk und der Performance des Autos schraubt, braucht aber nmE nicht unruhig werden, wenn er es nicht im Auto hat.
Wenn ich es schaffe das Auto an sich im Grundsetup durch geeignete Federraten, Tieferlegung und gute Dämpfer performanter zu machen, dann ist das für mich immer besser, als ein schlechtes Fahrwerk, oder eine schlechte Balance mit TV (TorqueVectoring), oder anderen Fahrhilfen zu unterstützen.
TV macht viel Sinn, wenn ich Schwächen im Konzept, wie z.B. Achslastverteilung, Schwerpunktlage etc. ausgleichen möchte. Bei einem perfekt ausbalancierten Auto, mit niedrigem Schwerpunkt, wie dem MX-5, komme ich aber mit rein mechanischen Maßnahmen, wie Federraten, Stabis, Tieferlegung, etc. in der Regel genauso weit, oder weiter.