Beratung Fahrwerk mittleres Preissegment

  • Irgendwie muss ich die ganze Zeit hieran denken:


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    Irgendwie kann man dem wanken auch was abgewinnen - wenn es nicht um die letzten Sekunden geht. Mein Sohn (11) feiert das fast schon, immer wenn es mal schneller ums Eck geht kommt von ihm "das wanken ist voll stabil und kitzelt im Bauch fast wie beim Hügel"


    Seglerweisheit: was schwankt, das kippt nicht. ;)

  • Das „Nachsitzen“ bezog sich darauf nur den Stabi vorne zu ändern, was die Wanksteifigkeit nach vorne verlagert und zu massivem Untersteuern, so wie asymetrischem/diagonalem Wankverhalten führt. Ich hatte das Gefühl, dass Dir das nicht klar war.

    Bewusst in der Theorie schon, in der Praxis Erfahrung damit nicht. Damit könnte man das Schritt für Schritt austesten, um auch die zwischenzustände in der Praxis erfahren zu können. Sind diese suboptimal kann man weiter machen.

    Die Rate 70/40 ist mehr als Faktor 2 auf die Serienraten und führt zu Eigenfrequenzen um die 1,7 Hz. Damit bist Du im Bereich üblicher Sportfahrzeuge wie GTI, BMW M u.ä. Fahrzeuge, die primär für die Straße abgestimmt wurden.

    Im Performance und moderaten Rennbetrieb fährt man Eigenfrequenzen um die 2 Hz, was beim MX-5 ungefähr einer Rate von 100-120 N/mm an der Vorderachse entspricht.

    Meine persönliche Präferenz wäre auch bei ca. 100n/mm. Mir ist bewusst, dass das nicht auf allen Straßen optimal ist. Das ist der Vorteil von etwas wie dem i30N mit adaptiven Dämpfern. Normalerweise fahre ich den im Custom auf der Dämpferstufe vom N-Modus. Ist die Straße schlecht stelle ich den auf Sport zurück. Ich würde sagen, 70 vorne ist vergleichbar mit dem Normal Modus, Sport hätte ich auf ca. 90 geschätzt, N auf 110-120. (Ich weiß, dass der Dämpfer nicht die Federrate ändert. Ich meine nur ganz grob als Vergleich des Widerstandes) Hätte ich die Option zum verstellen nicht, würde ich vermutlich irgendwas zwischen Sport und N nehmen. Schlechte Straßen fährt man dann eben im Schongang. Für das Tein habe ich mich entschieden, weil es alltagstauglicher ist und ich den MX-5 täglich fahre und auch lange Strecken mit Beifahrerin. Den N habe ich nur immer mal als Pflegekind. Außerdem ist das Preis/Leistungs-Verhältnis sehr gut und ich kann mit der Verlängerung alle Domlager erreichen zum Verstellen. Würde ich alleine fahren wäre es vermutlich das K-Tec geworden, wäre es ein reiner Zweitwagen das Neomaxx R. (Öhlins wäre mir da zu teuer)


    Ich würde es gut finden, wenn es vernünftige Stabi Lösungen geben würde, mit denen man die Sportfahrwerke für den MX-5 ergänzen könnte. Mir scheint es aber so, dass die angebotenen Stabis eher für das (weiche) Serienfahrwerk gedacht sind und damit sehr hohe Steifigkeiten haben.(...)


    Das war mir nicht bewusst. ich Habe mich mit den Stabis für den ND noch nicht beschäftigt. Ich habe nur gesehen, dass H&R und Whiteline das häufigste, die Torsionssteifigkeit kenne ich nicht. Dachte aber, da sie verstellbar sind, gibt es vlt auch eine moderatere Einstellung. Zu steif wäre nicht mein Ziel. Das Fahrwerk soll nicht zum Brett ohne Spiel werden, dann kann man sich den ganzen Spaß auch klemmen. Etwas mehr weniger body roll, vlt vergleichbar zu den 100er vorne war die Idee. Aber wie gesagt, erstmal nicht. Erstmal in den Schuh wachsen. Es waren nur erste Überlegungen.


    Bis heute bekomme ich auch so gut wie nie eine Antwort darauf, was an wanken/rollen, denn so schlimm ist. Fahrzeugtechnisch macht genau das Gutmütigkeit, Feedback und Beherrschbarkeit aus UND verbessert durch Spur- und Sturzlenken sogar die Performance und die Linearität des Autos. (...)

    Ich habe nichts gegen rollen/wanken. Im Gegenteil, ich habe das Serien Setup immer gegen andere verteidigt. Das Wanken gibt dem Fahrer eine sehr lineare und verständliche Rückmeldung darüber, wie hoch die Last in der Kurve gerade ist. Man spürt physisch, wie sich das Auto "setzt". Das kontrollierte Wanken des MX-5 macht den Grenzbereich breiter und für den Durchschnittsfahrer leichter kontrollierbar. Durch das gezielte Zulassen von Bewegungen kann der Fahrer die Gewichtsverteilung aktiv nutzen, um das Einlenkverhalten (z.B. durch leichtes Anbremsen vor der Kurve) zu beeinflussen. Ich verstehe das Wanken als Kommunikationsmittel.

    Mich stört etwas das Ausmaß. Wanken verzögert die Reaktion des Fahrzeugs auf Lenkbefehle. Für mein empfinden soll er direkt und präzise einlenken. Wenn erst die Karosserie "nachfallen" muss, entsteht ein schwammiges Fahrgefühl, das mir persönlich nicht so gut gefällt. Ich möchte spüren, wie viel Grip die Reifen noch haben. Ein wankendes Fahrwerk filtert diese Informationen heraus und vermittelt ein unsicheres Gefühl, anstatt Vertrauen aufzubauen. Das EPS ist da auch nicht hilfreich. :/


    Ich tendiere dazu etwas "Gutmütigkeit" usw. aufzugeben, für etwas direktere Reaktion.

    Dazu mal ein Zitat aus einer Arbeit von der FH Wien von Jürgen Rohrer (Formula Student Team)


    1.4.3. Stabilisatoren Ein Teil des bei Kurvenfahrt entstehenden Wankmomentes wird zwar von der Federung aufgenommen, diese sind jedoch nicht dafür ausgelegt. Dieses Wankmoment setzt der Stabilisator ins Gleichgewicht, indem er bei einer unterschiedlichen Federung tordiert und/oder gebogen wird. Federt das Fahrzeug gleichseitig ein, ist der Stabilisator nicht aktiv. Durch diese Wirkung wird eine geringere Steifigkeit der Federung benötigt, um das Wanken zu reduzieren. Der Stabilisator dient also dazu, den Fahrzeugaufbau zur Fahrbahn parallel zu halten und somit eine Stabilisierung zu gewährleisten.


    und weiter:


    Treten nun jedoch nur in einer Fahrspur Hindernisse auf, dann wirkt die Federung durch die Wirkung des Stabilisators härter. Aus diesem Grund sollte mit anderen Mitteln gegen die Rollneigung entgegengewirkt werden. Hierfür hat man viele
    verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Verringerung der Schwerpunkthöhe oder das Erhöhen der Rollsteifigkeit mit einer größeren Spurweite.


    Daher ja das übliche etwas Tieferlegen und das Verbreitern der Spur. (Platten oder andere ET)


    Und das war auch mein Gedankengang.


    Ich hatte die Arbeit mal durch Zufall gefunden und fand Sie ganz interessant. Ich hänge sie mal an.


    Aber wie gesagt, die Stabis sind eine mögliche Option für später mal. Erstmal möchte ich das bereits geänderte ausfahren.

  • Ich glaube was du dir noch nicht verinnerlicht hast, ist das die Feder wegabhängig ist und der Dämpfer Geschwindigkeitsabhängig ist 🤔


    Ich probiere mich mal an einer Erklärung:

    Die Federrate bleibt unverändert und wir variieren nur die Dämpferrate (der idealisierte Dämpfer hat keine Federeigenschaften). Dh unabhängig von dieser Dämpferrate wird sich bei der quasi stationären Kurvenfahrt bei konstanter Geschwindigkeit und Radius ein fester Rollwinkel einstellen. Bei diesen Winkel herrscht Kräftegleichgewicht und da der Dämpfer sich nicht (mehr) bewegt, ist die kolbengeschwindigkeit 0 und es entfällt aus der Gleichung.


    Ergo, der Dämpfer beeinflusst nur die Zeit die benötigt wird zwischen zwei quasi stationären Zuständen zu wechseln.


    Wenn bei kurzen abrupten Lenkbefehlen, das Rollen verzögert werden soll, kann schon ein härtere Dämpfereinstellung helfen. Es fühlt sich subjektiv für diese Momentaufnahme härter an da der rollbewegung mehr Widerstand entgegen gebracht wird. So wird bei fester Delta t Zeit (wenn t sehr kurz ist) weniger rollwinkel erzeugt. Der endzustand bleibt unverändert wird aber zu einem späteren Zeitpunkt erreicht.


    Hast du ein SIM zu Verfügung? Es gibt mittlerweile einige „Spiele“ die die Basiceogenachaften gut vermitteln können.

  • Die grundsätzliche Funktionsweise von Feder/Dämpfer ist mir bekannt, ja. Danke für die Veranschaulichung.


    Ein Paar Klicks habe ich auch noch Richtung hard aber viel Spielraum ist da nicht mehr. Ist der Dämpfer zu straff bringt das wieder etwas mehr Versetzen auf schlechten Straßen. Alles eine Frage der Abstimmung der Wechselwirkungen der einzelnen Fahrwerkskomponenten und der Zielstellungskonflikte.


    Das Prinzip wurde bei Kreisfahrt im Fahrsicherheitstraining ja auch immer wieder angesprochen.

    Mazda MX-5 ND2 - 2.0 G184 - 6GS - Machine Grey - AL-Selection SPO-P ACT-P