Motorradfahrer gesucht

  • Hallo Zusammen,

    ich fahre auch schon sehr lange Motorrad.

    Nach einer Honda CB400 four, kam eine Kawa Z250 und danach für viele Jahre eine Yamaha XS650.

    Leider ist mir vor 10 Jahren der Motor kaputtgegangen.

    Als Ersatz ist dann eine MV Augusta/Cagiva Raptor 650 eingezogen.

    In den letzten Jahren bin ich damit immer weniger gefahren.

    Vielleicht kennt das Moped ja einer.

    Gruß Reini

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  • Vor knapp zwei Wochen habe ich meine 27 Jahre alte Yamaha beim örtlichen Schrauber abgegeben, nach knapp zwei Jahren war mal wieder Zeit für eine kleine Inspektion und der TÜV war mal wieder drei Monate überfällig. Da das Motorrad im Winter in der Garage stand, war das nicht so tragisch. In der Werkstatt gabs da erstmal große Augen. Inspektion ist kein Thema, TÜV gibts nicht. Die Reifenbindung muss erst ausgetragen werden, das kann der Prüfer, der in die Werkstatt kommt, nicht austragen, dafür bedarf es einer besonderen Genehmigung. OK, ist klar. Bisher Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Reifenhersteller für das Motorrad, nach umfangreichen Tests, da kann das natürlich nicht jeder Prüfer austragen X/ Heute war das Wetter nicht ganz so tragisch, Moped abgeholt, knapp 135 Euro für ne kleine Inspektion gezahlt und dann ab zum befreundeten Kawa Händler. Von dort aus konnte ich nach Anruf direkt zum TÜV weiterfahren und mich dort um die Austragung der Reifen kümmern. Ging erfreulich flott, auch an einem Freitag Nachmittag. Die AU und Hauptuntersuchung haben sie gleich mitgemacht. Mit einem geringen selbstverschuldeten Aufschlag kamen 106 Euro für die Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung zusammen. Das Gutachten wegen der Austragung der Reifen hole ich mir am kommenden Montag ab, da bin ich noch einmal direkt nebenan. Kostet noch einmal knapp150 Euro. Wenn ich dann die Änderung in die Papiere eintragen lasse, hat mich das 27 Jahre alte Wintermoped, das ich vor etwas über 6 Jahren für 1500,-Euro gekauft habe, mal eben 400 Euro gekostet, um es wieder vernünftig und legal auf der Straße bewegen zu können. Immerhin, der Prüfer meinte selber, das mit der Verpflichtung zum Austragen der Reifen und nicht mehr Anerkennung der Unbedenklichkeitsbescheinigung kann er auch keinem Kunden verkaufen. :S Offensichtlich ist es das Ziel, den Bestand dieser alten Fahrzeuge auf der Straße zu reduzieren, eine logische Erklärung gibt es nämlich nicht.

    serienmäßig bis auf Neomax S Fahrwerk, ATH VSD und ESD und ein bisschen sonstigen Klimbim

  • Ich glaube, da überinterpretierst du gerade ein bisschen. Das Hauptproblem ist, dass der TÜV kräftig (erfolgreich) Lobbyarbeit betrieben hat.

    Die über viele Jahre gängige Praxis, dass der Reifenhersteller mit einer Prüforganisation einmalig eine Abnahme eines Reifens auf einem bestimmten Modell macht und dann Mithilfe dieser Unbedenklichkeitsbescheinigung der selbe Reifen auf allen Motorrädern dieses Modells gefahren werden darf, hat nämlich ein ganz großes Problem: Dafür bekommt der TÜV nur einmalig Geld. Viel mehr kann man aber verdienen, wenn jetzt jedes einzelne Motorrad selbst zum TÜV hin muss und den Reifen nochmal eintragen darf. Und noch mehr kann man verdienen, wenn man den Sachverständigen sagt, dass sie das nur eintragen dürfen, wenn trotzdem eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers vorliegt. Dann verdient man nämlich am Reifenhersteller das Geld, das man schon immer verdient hat und außerdem an jedem einzelnen Kunden dieses Reifens nochmal mit.

    Ich sehe es als Riesen-Vorteil, dass sie immerhin mitgedacht haben und die früher gängige unsinnige Reifenfabrikatsbindung oder Herstellerbindung rückwirkend aufgehoben haben. Ich glaube, das gilt nur für Moppeds mit EG Typgenehmigung, aber da gibt es regulatorische Gründe für.

    Motorradreifen aktuell: Abnahme statt Herstellerfreigabe
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    Ich sehe das nicht als gezielten Angriff auf ältere Motorräder, sondern einfach als großen Griff ins Portemonnaie vieler (zukünftiger) Kunden. Die Erschwernisse für ältere Motorräder sind da eher Kollateralschäden.


    Die Neuregelung wurde übrigens schon 2018 oder 2019 beschlossen und trat bereits 2020 in Kraft. Es gab nur großzügige 5 Jahre Übergangszeit, damit nicht Motorräder auf einmal "über Nacht" illegal werden. Da hätte dich deine Werkstatt / dein TÜV-Prüfer also eigentlich schon die letzten 3 mal drauf hinweisen können / sollen.