Sella-Runde - gesperrt, offen, weiß nicht

  • Bis gestern galt, dass die berühmte Sella-Runde ab September 26 gesperrt wird - dauerhaft. Nur noch Hotelgäste und Anlieger dürfen durch. Außerdem ist eine Sackgassenregelung im Gespräch.


    Hier nur eine Meldung von vielen:

    Das Ende einer Ära? Grödner Joch Sperrung 2026 rüttelt an der Sella Ronda - ALPENJOURNAL
    Die Dolomiten-Idylle soll leiser werden – doch der Preis dafür ist hoch: Wenn die Grödner Joch Sperrung 2026 wie geplant in Kraft tritt, bricht eine der…
    alpenjournal.de


    Gestern, am 13.8.26 meldet der ADAC: "nee, ist verschoben".

    https://www.adac.de/news/verkehr-durchfahrtsverbot-groedner-joch/


    Fakt ist, die meisten Hoteliers in der weiteren Umgebung raten von Tagesausflügen dorthin ab.

  • hifi_nok

    Hat den Titel des Themas von „Selle-Runde - gesperrt, offen, weiß nicht“ zu „Sella-Runde - gesperrt, offen, weiß nicht“ geändert.
  • Von mir aus 🤔

    Ich kann die Sicht der Anwohner verstehen. Mir würde als Anwohner die Masse an Verkehr und der Lärm auch auf den Keks gehen.

    Als Tourist, kann ich der Sella Ronda auch nix mehr abgewinnen. Ich bin sie oft genug gefahren, auch noch mit wenig Verkehr. Das hat Spaß gemacht, bei dem aktuellen Verkehr hätte ich keinen Spaß mehr. Mal schauen, ob es zu der dauerhaften Sperrung kommt und wie lange die bleibt.

    serienmäßig bis auf Neomax S Fahrwerk, ATH VSD und ESD und ein bisschen sonstigen Klimbim

  • Ist ja soweit alles richtig, was ihr sagt. Aber was pasiert dann?


    Die Touri-Mengen sind ja nicht weg, sie sind dann woanders. Es entstehen Verdrängungseffekte. Sieht man ja in der Gegend rund um Lienz. Oder: "die Karawane zieht weiter", um die nächste Gegend zu zerstören.


    Und während in der Vergangeheit die Auto-Touristen im Sommer die Sella-Runde als Wallfahrtsort ansahen, sind's jetzt Scharen von Mountainbiker, die über die unbefestigten "Trails" durch die Landschaft fahren. Dazu Busse, die Unmengen an Wanderen ausspucken, die wiederum ihre "Komforteinrichtungen" wie Edelrestaurant auf der Bergspitze haben wollen.


    Als wir vor vielen Jahren über den Glockner fuhren und das riesige Parkhaus am Gletscher sahen, war mein erster Gedanke: "Sind die völlig bekloppt, wie soll das enden?"


    Gestern lief ein kurzer Bericht in der Tagesschau über die Pasterze, also der Gletscher am Glockner. Der interviewte Bergführer war besorgt darüber, dass der Weg für die Wanderer über den Gletscher jetzt schwieriger ist, weil man ja nicht mehr so "einfach übers Eis gehen kann."


    Mein Gedanke war sofort: "Dann baut doch eine Designer-Brücke, damit noch mehr Leute mit Flipflops durch die Natur laufen können."


    In weiten Teilen ist der gesamte Alpenraum zum Rummelplatz verkommen. Schuld haben aber nicht nur die Touris, denn die holzen keine Wälder ab, um noch eine Komfort-Sesselbahn am Berg zu installieren oder graben die Almwiesen um, damit die MTB eine schöne Downhill-Strecke haben.


    Was mir in der ganzen Diskussion um Streckensperrungen usw. fehlt, ist auch eine Kritik über das Verhalten der Ortsansässigen, wie sie ihre eigene Natur "verkauft" haben.

  • Genau so sehe ich das auch.

    Und welcher Hotelier & Co, Restaurantbesitzer, Skilift-Betreiber, div. Einzelhändler u.v.v.m. sahen sie nicht:

    Die Mehreinnahmen & Gewinne.

    Auch Gemeinden nahmen die ansteigenden Gewerbeeinnahmen und auch eigene Einahmen durch Kurtaxen und sonstigen Gebühren gerne in Kauf.

    Sie konnten oftmals nur nicht aufhören und haben jetzt 'den eigenen Dreck im Schachterl' =O

    (ber)ND gut ... ALLES gut! :thumbsup:

    B.L.U.E. = 2020er MX-5 ND ST G132 Sel +iAS
    R.E.D. = 2021er Suzuki Swift Sport 1.4 Boosterjet Hybrid

    Wer mit uns nicht auskommt, muss einfach noch ein 'bisschen' an sich arbeiten! :D
    Wissenschaftler sollten nicht die Intelligenz von Tieren analysieren, sondern besser mal die Dummheit der Menschen erforschen :saint:

  • Wir waren ja vor einigen Wochen dort.

    Der Verkehr ist zum Teil erschreckend (und ich ein Teil davon).


    Zum Thema Anwohner fällt mir Mallorca ein.

    Da wollen ja viele auch keine Touristen mehr, verkennen aber, das damit ihre Einnahmen verschwinden.

    Da ist nämlich sonst nicht mehr viel zu holen.

  • Bezogen auf die Sella Ronda oder auch die Problematik am Großglockner. Na klar, die Natur wird verschachert und kaputt gemacht, das Problem durch die Aussperrung des Individualverkehrs verlagert oder vielleicht sogar verschlimmbessert.

    Mein Punkt war ausschließlich aus meiner Sicht als Auto oder Motorrad Fahrer betrachtet, und da würde mich die Sperrung nicht (mehr) tangieren

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  • Mein Punkt war ausschließlich aus meiner Sicht als Auto oder Motorrad Fahrer betrachtet, und da würde mich die Sperrung nicht (mehr) tangieren

    Geht mir ja nicht anders. Wir meiden die Dolos schon seit Jahren. Maximal noch an der Perepherie durchrollen, wenn es sich nicht vermeiden lässt.


    OK, ich verstehe natürlich die Argumente "zu laut, die Natur...." Gleichzeitig geht mit diese Heuchelei auf den Keks. Wieso eigentlich nur die Sommertouris? Ist das nicht laut, wenn bis in die Nacht Hüttengaudi und Apres Ski gefeiert wird und die Besoffenen in den Straßen grölen?


    Was ist mit der Natur, wenn die Betriebe im Winter die Touristen auf die Berge schaufeln - also in der Ruhephase der Natur? Das ist doch Comedy, wenn die Sessellifte auf Hochbetrieb laufen und weil zu wenig Schnee da ist, werden die Schneekanonen angeworfen. Weil die aber so viel Wasser benötigen, werden künstliche Seen für die Wasserversorgung der Schneekanonen angelegt, während im Sommer die Bäche und Flüsse austrocknen. Nicht selten wird auch noch Flutlicht auf den Pisten eingeschaltet.


    Oder hängt das etwa damit zusammen, dass die Lifte und Schneekanonen in privater Hand sind und die Kredite bedient werden müssen?


    Zuviel Touris in den Dolos? Ja, da stimme ich zu. Aber das gilt für das ganze Jahr, also runter mit den Zahlen bei den Wintersportlern, keine neuen Sessellifte. Alte Sessellifte werden nicht mehr renoviert und zurückgebaut. Kein weiterer Pistenausbau, keine Schneekanonen mehr.


    Erst dann ziehe ich den Hut vor einer ernstgemeinten Diskussion zum Schutz von Anrainern und Natur. Alles andere ist Bullshit.


    Wenn ich dann noch lese, dass die Sperrung erst einmal aufgehoben ist, weil man eine digitale Erhebung durchführen möchte, empfinde ich das als Angriff auf die menschliche Intelligenz. Es reicht ein Bleistift und ein Zettel. Eine ganz einfache Strichliste sagt aus, wie viele Fahrzeuge da täglich unterwegs sind. Danach werden die Meldezettel der Hotels durchgezählt. Das hätte man vor einigen Jahren ohne Digitalisierung hinbekommen.



    Hier kam das Beipiel Mallorca. So weit musst man gar nicht fahren. Rügen, Usedom.... reicht völlig aus.