Allgemeine Reifendiskussion

  • das wäre auch mein Vorschlag. 2. Radsatz für die Strecke. Wenn man den MX-5 im Straßenverkehr hinter italienischen Kangoos auf Mischbereifung herscheucht, dann halten die Reifen eh schon nicht übermäßig lang (mein Satz Conti Premium Contact 7 ist nach 20-25 Mm ohne Track schon wieder Tauschreif). Wenn du dann noch Reifen haben willst, die dich im Alltag (bei Regen) nicht im Stich lassen UND auf dem Track die entsprechende Performance abliefern, dann müsstest du die wahrscheinlich nach einem kompletten Trackday direkt wieder tauschen. Da würde ich dann eher getrennte Radsätze für beides fahren

  • Mein Eindruck zum neuen BPS Evo:


    Nach dem S001 und dem Michelin PS 5 fahre ich nun den Bridgestone PS Evo. Er ist nun eingefahren und macht enorm Spass. Der Vergleich zum MPS5 würde ich wie folgt beschreiben:


    Der Grip des Evo ist spürbar höher, unglaublich was da noch geht. Ich fand den MPS5 schon top, aber da geht noch was wie der Evo zeigt. Der Evo ist eher wie ein junger noch nicht so ganz zugerittener Vollblüter. Er zeigt den Grenzbereich nicht so früh und bricht dann schneller ab. Nicht so extrem wie ein Semi, daher immer noch ok. In engen Kurven neigt der Evo schon mal zu einem leichten Untersteuern, das schätze ich gar nicht. Man muss wirklich sehr sauber fahren und hochkonzentriert durch Kurven ziehen, dann ist er wirklich Top und spürbar schneller als der MPS5.


    Der MPS5 wäre dann für mich ein kultiviertes gut eingerittenes Pferd. Der Grip ist ebenfalls gut, aber er hat nicht ganz das hohe Niveau des Evo. Dafür ist er viel berechenbarer, zeigt den Grenzbereich klarer an und reisst nicht so schnell weg, ich hatte zu keinem Zeitpunkt je ein Untersteuern, auch nicht in ganz engen Kurven. Er hat mein Vertrauen zu 100% gewonnen, übrigens auch im Regen.


    Für sehr sportliche Fahrer mit dem entsprechenden Fahrwerk würde ich den in allen Belangen extremeren Evo empfehlen. Wer wie ich mit dem Standardfahrwerk unterwegs ist, da reicht der MPS5 völlig, als Plus bekommt man einen technisch kultivierteren Reifen auf höchstem Niveau (bis auf den Grip).


    Das Nonplusultra wäre der Grip des Evo kombiniert mit dem technisch hohen, kultivierten Niveau des MPS5. :)


    Die Profiltiefe ist bei beiden ähnlich:

    Der Evo hat auf der inneren Längsrille 6.6 mm und gegen aussen 6.8mm. Der MPS5 hatte auf der inneren nur 6.2 mm und auf der äusseren 7.2 mm. Hätte er auch gegen innen 7.2 mm dann wäre der Reifenwechsel wohl erst im Juli oder August nötig gewesen und nicht im Mai...


    Momentan ist der Preis des MPS5 in der Schweiz sehr hoch bei 165 Euro, der Evo sehr günstig bei 115 Euro. Darum war der Entscheid zugunsten des EVO schnell gefällt. Normal wäre, dass beide so um 135 Euro liegen.

  • Das hast Du gut analysiert. Der höhere Grenzbereich ist quasi automatisch der schmalere, schwerer beherrschbare.

    Ich mag das ;) .

    Der BPS geht auf jeden Fall eher in Richtung UUHP/Semi und verhält sich auch entsprechend, während der MPS eher ein gutmütiger Sportreifen ist.

    Ich finde beide machen in ihrer Reifengattung fast alles richtig, so dass ich das nicht werten oder als kultiviert/unkultiviert einstufen würde. Es sind einfach völlig unterschiedliche Reifen mit unterschiedlichen Prioritäten.


    Untersteuern habe ich beim alten BPS, ohne Evo nie negativ bemerkt. Könnte es sein, dass Du ihn überfährst, weil er schlechter ankündigt?

    Ansonsten vielleicht mal auf die Geometrie schauen und das Fahrwerk passend einstellen.


    Was fehlt ist der Unterschied, dass der MPS eher weich ist, mit etwas unpräziser Mitte und leichtem Aufziehen, während der BPS brutal steif und präzise ist.

  • Ich weiss, ich fahre die Kurven leicht anders wie Du Sven ohne Trailbraking, das wäre für den Evo wohl angebracht vermute ich mal.


    Ich fahre sie aber mit beiden Reifen gleich und der MPS5 fühlt sich auf der Vorderachse anders an als der Evo (ohne Untersteuern). Die Hinterachse hingegen ist beim Evo brutal stabil. Ich glaube mich zu erinnern, dass im Test-Bericht, wo der EVO gewonnen hat, auch ein leichtes Untersteuern bemerkt wurde. Ich kann es aber nicht weiter beschreiben, mit dem Standardfahrwerk sind mir da "weiche" Grenzen gesetzt. Es kann gut sein, dass ich ihn etwas überfahre. Das hätte dann der MPS5 dann vielleicht besser weggesteckt. Ich finde den Unterschied schon bemerkenswert.

  • Das Untersteuern auf der Vorderachse kannst Du beim BPS eventuell noch über den Reifendruck optimieren...Umgebungstemperatur-angepasst, erstaunlicherweise alles im Bereich 1.9-2.0bar kalt.

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  • ok, ich gehe vorne mal von 2 auf 1.9, ev. bringt es etwas. Bei meiner Elise war ich früher sogar vorne bei 1.7 aus dem gleichen Grund. Das war wie Tag und Nacht bezüglich Untersteuern.


    Mein Reifenhändler, der Autorennen fährt, der meinte noch, dass der EVO im Vergleich zum BPS an der Flanke aussen anders gebaut sei, weicher. Da ich nur den EVO kenne, kann ich das nicht beurteilen. Aber vielleicht hat das einen Einfluss?

  • Eher nicht. Der MPS ist ja viel weicher und hat das nicht.

    Ich denke eher das Gegenteil ist der Fall. Der BPS ist steifer und ist damit auch empfindlicher. Ich kenne den wirklich nicht untersteuernd, aber ich denke die Fahrtechnik spielt da schon eine große Rolle. Ein weicher Reifen verzeiht da mehr, als ein steifer.

    Wo genau untersteuert er denn, Kurveneingang, -mitte, oder -ausgang? Wie stark bzw. wie muss ich mir das vorstellen? Ein leichtes rausgleiten, ein versetzen, ein rutschen, oder geht es nur geradeaus? Der Reifen hat normalerweise auch viel Nachlenkreserve und sollte nicht abreißen.


    Ich kenne den EVO übrigens schon, aber nur auf VW Anwendungen. Auf dem MX-5 bin ich ihn noch nicht gefahren. Von VW kenne ich es aber gar nicht, dass der Reifen an sich die Steuertendenz in Richtung untersteuern verschiebt. Eher im Gegenteil.


    Du kannst ansonsten auch mal hinten um 1-2 Zehntel mit dem Fülldruck hochgehen. Das sollte die Balance verbessern.


    Welche Fahrwerksgeometrie fährst Du denn? Als Reifen, der Richtung Semi geht, braucht der BPS auch ein wenig Sturz an der Vorderachse, damit er gut funktioniert. Bei meinem Auto, mit 1:30‘ Sturz vorne funkioniert es gut.


    Ich kann mir persönlich eher schwer vorstellen, dass der BPS EVO sich jetzt komplett anders fährt, als der BPS. Bisher ist das auch in keinem von den Tests angesprochen worden, die ich als fundiert und seriös ansehe. Da hieß es überwiegend, dass der Reifen in Details verbessert wurde und Feinschliff bekommen hat.


    Und noch ein Thema, der BPS will durchaus ein wenig warm gefahren werden. Im kalten Zustand ist es durchaus normal, dass eine Achse mal etwas unruhiger wird.

  • Das kann ich nachvollziehen, dann erhöhe ich den Druck hinten mal im nächsten Versuch.


    Ich habe den Test, der auch hier im Forum publiziert wurde (Fahrzeug MX5), nochmals nachgeschlagen, dort steht u.a.:


    - EVO: primär untersteuernd

    - MPS5: beste Fahrzeugbalance.


    Im Moment mit 4x 2.0 Druck im Reifen kann ich diese Einschätzung nachvollziehen (Fahrwerkseinstellung Standardwerte). Ich erlebe es genauso. Aber wie Sven zurecht sagt, dies sind primär Eigenschaften, die mit der Fahrwerkseinstellung korrigiert bzw. optimiert werden. Da bleibt bei mir aktuell nur ein grosses :?: .


    Wenn ich das Untersteuern fahrerisch nicht wegkriege, auch nicht mit dem Spielen mit dem Luftdruck, dann lass ich das Fahrwerk neu einstellen mit mehr Sturz vorne.


    Sven: Ich fahre zur Zeit enge Kurven eher leicht zu langsam an und gebe dafür schon früh mitte Kurve Gas um den Wagen leicht über die Hinterachse (übersteuernd) rauszuziehen. Mit dem MPS5 ging das gut, mit dem Evo folgt dann das Untersteuern, (einfach handelbar) und die Hinterachse läuft (leider) extrem stabil mit. Mit dem MPS5 war es umgekehrt, vorne messerscharf, hinten war ein wenig mitlenken gut möglich. Genau so liebe ich es.

  • ...Also das Kurven Fine-Tuning mit den (alten) BPS mach ich schon übers Gaspedal und die HA...geht auch gut und macht erst recht Spaß...

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