Beratung Fahrwerk mittleres Preissegment

  • Vielleicht habe ich mich nicht gut ausgedrückt.


    Beobachtung: Mit dem Standard Stabis rollt er bei der Federrate noch relativ stark. Das Fahrwerk stürzt sich in den Sturz und die -1° werden etwas überreizt. Das Rad geht minimal in positiven Sturz und das merke ich am etwas teigigen Verhalten beim stark Einlenken.


    Überlegung: Wenn der Sturz also stärker negativ wäre, wäre da mehr Spielraum.


    Problem: Das Wanken bekomme ich so aber nicht reduziert.


    Überlegung 2: Daher wäre eine Option die Stabis etwas steifer zu machen. Vorne den moderat steifer zu machen die HA Serie könnte da ein erster Schritt sein. Wenn der Stabi hinten zu steif wäre, könnte das, nach meinem Verständnis, im plötzlichen Übersteuern enden. Den hinteren könnte man dann im zweiten Schritt anpassen, wenn man merkt es passt nicht ganz.


    Meine Überlegung für eine mögliche Strategie: Auf schlechten Straßen könnte die Kombination etwas mehr Sturz, etwas steifere Stabis bei gleicher relativ weicher Federrate etwas weniger Wankbewegung bei trotzdem noch gutem mechanischen Grip bringen.


    Es ist immer eine Frage des Kompromisses. Einfach nur steifere Federn zum reduzieren des Wankens würde den Grip auf Unebenheiten sehr verschlechtert bzw. etwas unvorhersehbar machen. Mit etwas steiferen Stabis könnte man das Wanken also etwas abfangen und die eher weichen Federn behalten. Komfort für Mitfahrer und auf schlechten Straßen + weniger Wanken. Zusätzlich könnte man den Sturz etwas erhöhen, um beim starken Lenken bessere Aufstandsfläche zu behalten.


    PS: die Geo ist von dir übernommen und wurde entsprechend umgesetzt. Die Dämpfer sind richtig eingestellt. Ich bezog mich explizit auf das Aufbauen der Wankbewegung. Sie ist nicht mehr linear sondern hat zum Ende der Bewegung einen Kipppunkt, wo die Rate des Aufbaus der Bewegung sich verändert. Meine Überlegung war, ob durch die Tieferlegung der Winkel der Koppelstangen nicht mehr richtig passt, und der Stabi nicht wie geplant wirken kann. Wenn das bei dir nicht der Fall ist., kann es auch woanders herkommen.

    Mazda MX-5 ND2 - 2.0 G184 - 6GS - Machine Grey - AL-Selection SPO-P ACT-P

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  • MX-Nudel


    kauf dir Stabis für vo und hi und baue sie ein. Und Sven hat Recht, Stabi nur vorne einbauen.......nix gut!

    Ein MX-5 ND mit Serien Stabis ist genauso, wie ein ND ohne Stabis......

    Die originalen Stabis sind eher Platzhalter für "richtige" Stabis. Und selbst das was im Zubehör (H&R etc) an Stabis angeboten wird, ist eher auf der soften Seite.

    Natürlich wird Sven jetzt loslegen und seine Leier mit Wankkopieren etc. loslassen, aber wie man mittlerweile weiss, ist Sven kein "Stabi Typ".


    Generell sind die 40 Federraten an der HA zu weich (im Fahrbetrieb) wenn an der VA 70er verbaut sind. Die Kiste knickt damit beim Rausbeschleunigen hinten ein. Wenn an der VA 70er Federbn verbaut sind, sollten min. 50er an der HA sein.

    Und die Empfehlung das VA Untersteuern mit noch mehr negativem Sturz zu beheben, kann auch anders gelöst werden.

    Solange die Empfehlung hier rausgeht, die HA mit min. 0°24" Vorspur zu fahren, wird die Karre immer ins Untersteueren kommen. Nicht bei normaler zügiger Strassen Fahrt, aber wenns richtig schnell wird, untersteurt die Kiste.

    Mr.Pink hat - wenn ich es recht in Erinnerung habe - an der VA -3° Sturz, um Untersteuern zu vermeiden.

    Lass mich raten, die Karre geht immer noch bei heissen Reifen über die VA weg, oder?


    Ein Fahrer mit ausreichend vorhandenen Skills für Heckantrieb, kann mit einer HA umgehen, die mit einer Gesamtspur von max. 0°14" (also 0°07" Einzelspur) eingestellt ist. Dann untersteuert die Karre nicht mehr, wenn selbst weniger als -1° Sturz an der VA eingestellt werden.

    Das so eine Geo Einstellung bei hohen Geschwindigkeiten nicht die maximale Stabilität erzeugt, sollte klar sein.

    Dies gilt nur für diejenigen, die sich im ersten Satz dieses Absatzes fahrerisch wieder erkennen.


    Bin mir sicher, dass Mr.Pink mit einer solchen Vorspur an der HA, noch schneller sein wird.



    Schönen Abend an Alle

  • Ich würde mir wünschen, dass mein Nickname nicht iVm. solch einem undifferenziertem Quark genannt wird.


    Weiterhin ist das Setup meines Autos (übrigens nur "Stabi vorn") sehr fern von dem, was bei einem Straßenauto sinnvoll ist.



    MX-Nudel Je steifer du das Auto machst, desto mehr statischen Sturz musst du vorhalten, da dir der dynamische Sturz (auch beim Wanken) verloren geht. Das geht dann auf Kosten Reifenverschleiß und Längstraktion.

  • Ich bin damit auch raus. Wünsche weiterhin viel Spass.


    „Fahrdynamik in Perfektion“, nur mal als Erinnerung. Das wird mir hier eindeutig zu esoterisch.


    Ich habe ja zum Glück keine Ahnung und daher kann ich mich an meinem völlig vertrimmten 70/40 Fahrzeug mit perfekter Balance täglich erfreuen.

    Wenn man nicht einmal das Prinzip von Balance, Wanksteifigkeiten und Federübersetzungen verstanden hat, dann erübrigt sich der Rest anscheinend komplett.


    P.S.: Die 70/40er Kombi, getoppt von der 100/40er Kombi arbeitet ja sogar so schlecht, dass sie nur von Dilettanten wie Öhlins angeboten wird, während z.B. KW mit dem V3 perfekt abgestimmte Fahrwerke anbietet.

  • Phuu was ist denn hier los.


    ingo#31 danke für deine Meinung. Ich bin da aber eher bei Sven. Die 40 hinten sind schon gut so, da würde ich nichts ändern. Das Tein ist mit 60/40 und Federratenverhältnis schon etwas unter 1 und damit etwas übersteuernd. Die Spur hinten von Sven fängt das gut ein. Für Straße finde ich das eigentlich richtig so. Über Lastwechsel bekommt man ihn ja quer, wenn man möchte, fängt ihn aber auch wieder ein.


    MrPink danke, genau das war meine Überlegung. Deswegen dachte ich, falls man Stabi machen würde, wäre etwas mehr Sturz sinnvoll. Auch ohne würde ich sagen, etwas mehr Sturz würde gut tun. Da muss ich mich langsam Ran tasten. Erstmal fahren.


    Svanniversary deinen Verweis auf auf nachsitzen in der Bibelstunde habe ich aufgenommen. Ich kenne das Buchbgut und habe es mir heute früh noch mal vorgenommen. Was ich da latent falsch oder gar nicht verstanden habe, kann ich jedoch nicht erkennen. Was du mit esoterisch meinst auch nicht. Im Grunde bin ich ja eigentlich sehr dicht bei dir, nur dass ich langfristig gerne etwas weniger Rollbewegung hätte, als du es offenbar für perfekt hältst. Das Öhlins ist mit 70 und dem Dämpfer Design ja aber auch schon rollsteifer. Und ich mich von deinen Alltagswerten etwas Richtung deiner Sport Werte bewegen werde.


    Erstmal bleibt das Auto jetzt so. Das war für mich schon viel Geld und ich will erstmal mit dem Wagen wachsen. Dann zeigt sich das auch über Zeit. Ich wollte lediglich meinen ersten Eindruck nach 100 km und meinen zweiten nach ca. 500 km teilen.


    So ich mach Frühstück und dann geht's noch mal auf zu einer Tour. Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

    Mazda MX-5 ND2 - 2.0 G184 - 6GS - Machine Grey - AL-Selection SPO-P ACT-P

  • Hi,


    das esoterisch bezog sich im Schwerpunkt nicht auf Dich, sondern auf den Beitrag danach.


    Ich persönlich berate nur und mir ist das persönlich egal, ob jemand Stabis fährt oder nicht ;) . Es gibt gute Gründe für Stabis, aber sie nehmen Dir eben auch Performance, Gutmütigkeit, Traktion und das Auto fährt sich nicht mehr so spielerisch. Wenn das die Richtung ist, dann unterstütze ich jeden gerne dabei sein Wunschsetup zu finden.


    Das „Nachsitzen“ bezog sich darauf nur den Stabi vorne zu ändern, was die Wanksteifigkeit nach vorne verlagert und zu massivem Untersteuern, so wie asymetrischem/diagonalem Wankverhalten führt. Ich hatte das Gefühl, dass Dir das nicht klar war.


    Ich sehe für Dich jetzt zwei Möglichkeiten. Wenn es Dir um das initiale Anwanken und Anlenken geht, kannst Du mal mit den Dämpfern spielen und die härter drehen.

    Wenn Du generell weniger Wanken, auch statisch erreichen möchtest, dann sind Stabis der richtige Weg.

    Mehr Sturz stützt das Auto in Summe auch besser ab und macht es steifer, verschlechtert aber die Traktion und erhöht den Reifenverschleiß.


    Die Rate 70/40 ist mehr als Faktor 2 auf die Serienraten und führt zu Eigenfrequenzen um die 1,7 Hz. Damit bist Du im Bereich üblicher Sportfahrzeuge wie GTI, BMW M u.ä. Fahrzeuge, die primär für die Straße abgestimmt wurden.

    Im Performance und moderaten Rennbetrieb fährt man Eigenfrequenzen um die 2 Hz, was beim MX-5 ungefähr einer Rate von 100-120 N/mm an der Vorderachse entspricht.


    Ich würde es gut finden, wenn es vernünftige Stabi Lösungen geben würde, mit denen man die Sportfahrwerke für den MX-5 ergänzen könnte. Mir scheint es aber so, dass die angebotenen Stabis eher für das (weiche) Serienfahrwerk gedacht sind und damit sehr hohe Steifigkeiten haben.

    Wenn man ein sehr steifes Fahrwerk mit einem sehr steifen Stabi kombiniert, bekommt man auch ein sehr steifes Fahrzeug, ohne Feedback, aber dafür mit aggressiven Lastwechseln und einem schmalen Grenzbereich. Fahren tut sich das noch und für den Track wäre das auch meine erste Wahl. Auf der Landstraße finde ich es langweilig, wenn die Varianz bei den Kurven aus „ich fahre und lenke da einfach durch“ und dann sofort „das Auto kommt schlagartig mit dem Heck“ besteht. Das Öhlins und ähnliche Fahrwerke halten das Fahrzeug lebendig und spielerisch, es wird anspruchsvoller, bleibt aber für den versierten Fahrer vorhersehbar und beherrschbar und bietet ausreichend Feedback. Für die Landstraße finde ich das ideal, mit dem kleinen Kompromiss, dass das Fahrzeug noch ein wenig rollt.


    Bis heute bekomme ich auch so gut wie nie eine Antwort darauf, was an wanken/rollen, denn so schlimm ist. Fahrzeugtechnisch macht genau das Gutmütigkeit, Feedback und Beherrschbarkeit aus UND verbessert durch Spur- und Sturzlenken sogar die Performance und die Linearität des Autos. Vielleicht auch noch ein wichtiger Punkt, ein sehr steifes Auto ist in der Regel auch nicht linear, was ja für Dich auch ein Thema ist. Man bekommt es dann nur mit sehr steifen Reifen linearisiert, womit wir wieder beim Trackeinsatz mit Semis sind.

    Ich kann persönlich wenig nachvollziehen, warum sich sehr viele Fahrer so auf das Wanken einschießen und es dann als so störend empfinden. Ich erlebe das Fahrzeug und seine Reaktion als Ganzes und arbeite damit und das Wanken ist teil des Gesamtverhaltens aber nichts, was ich explizit störend wahrnehme.

    Ganz ehrlich geht das für mich auch so ein wenig in den Bereich show and shine, genau wie auch manches Serienfahrzeug/-fahrwerk abgestimmt ist. Das fühlt sich initial total direkt und schnell an, sportlich, aber wenn ich das Auto dann fordere wird es in der Regel nichtlinear, eckig, giftig und auch wenig performant.


    So und jetzt auf und Stabis kaufen. Vor- und Nachteile liegen auf dem Tisch und damit kann dann jeder eine bewusste Entscheidung treffen ;) .

  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der MX5 mit der Kombination aus OEM Bilstein Fahrwerk und H&R Stabis auf harter Einstellung sehr giftig um die Hochachse wird und das bei gewollten Manövern vielleicht ganz witzig, wenns dann aber drum geht nicht ganz so Spaßig ist.

    Grüße
    Sebastian S.


    Verbesserung macht Straßen gerade. Aber es sind die gewundenen, unverbesserten Straßen, die Ausdruck des Genies sind - William Blake