Norwegen 2026 (auf Motorrad)

  • Ach, da war ja noch was. Entschuldige.

    Kohle ist auch da, einzig das wichtigste fehlt: Die Zeit! 😕

    Dazu fällt mir ein Spruch ein, den irgendwann mal irgendwo eine weise Person gesagt haben muss:

    "Zeit hat man nicht. Die muss man sich nehmen." soll heißen: Jeder von uns, komplett unabhängig von Alter, Wohlstand, Geschlecht, Herkunft und allem anderen hat jeden Tag die exakt selben 24h und jedes Jahr die exakt selben 365 (oder 366) Tage zur Verfügung. Und es liegt bei den meisten von uns auch im eigenen Ermessen, wofür man diese Zeit nutzt. Wenn man also mehr Reisen möchte, ist im Prinzip das einzige, was dazu fehlt, es auch zu tun, eine Entscheidung.

    In meinem Fall hat (wie bei vielen) eine Diagnose das ganze Weltbild wieder ein bisschen gerade gerückt und Prioritäten neu sortiert. Ich hatte das Glück, dass die Diagnose kam, bevor es "zu spät" war. Und ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich gewünscht hat, in seinem Leben weniger gereist zu sein. Daher wäre mein Tipp an der Stelle: machen. Und bevor man sich Argumente bereitlegt, die im eigenen Fall dem entgegen stehen noch ein Zitat einer weisen Person irgendwann mal:

    "Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."

    Entschuldige bitte, falls sich das jetzt wie ein Angriff anfühlt. Es ist wirklich nicht so gemeint. Ich brauchte nur selbst den Schubser in die richtige Richtung und ich habe auf Reha auch ein paar Leute kennengelernt, die sich allesamt gewünscht haben, dass sie vor der Diagnose ihr Leben anders gelebt hätten. Ich hatte auch ähnliche Gespräche mit meinen Eltern und Großeltern (bis auf meine Mutter sind die inzwischen allesamt verstorben) und jeder davon wäre gerne mehr gereist und hatte Orte oder Tätigkeiten auf der to do Liste stehen, die dann irgendwann (Alters- oder Krankheitsbedingt) nicht mehr möglich waren.

    Deine Frau fährt die 750er? Geiles Teil! 😅😉

    Wie hast du grad meine Frau genannt? :D

    Jau. Sie hatte von 2015-2020 eine F650GS ,die damals durch einen größeren Schaden im Motor (Steuerkettenspanner hat sich in hunderte Einzelteile zerlegt und im ganzen Motor verteilt) mit 130.000km in Rente gehen durfte. Sie wollte zu dem Zeitpunkt sowieso mal ein bisschen mehr Leistung haben, deshalb hat sie seitdem die F750GS. Die wurde allerdings die letzten 2 Jahre kaum bewegt und hat daher gerade mal 25.000 km runter.


    Ja, Hütten buche ich immer vor. Zu den Gründen und wie genau ich das mache, hatte ich hier ein bisschen was geschrieben.

    bwm

    Das ist vorab sehr hoher Planungsaufwand, dann läuft aber der Urlaub selbst viel entspannter ab. Und ich bin der Meinung, dass man nur so das Zelt und alles, was dazu gehört, zu Hause lassen kann


    Sag ich ja: Schräglage - mehr Schräglage - Rastenkratzen - 90 Grad (die 78 sind Rundungsfehler :D)

  • Es geht weiter mit Tag 4. Ich hadere sehr mit mir, ob ich den jetzt schreibe, weil es a) schon 22:40 Uhr ist und weil b) unsere Unterkunft bewusst off-grid ist und es sich da irgendwie falsch anfühlt, diesen Reisebericht zu schreiben. Ich kann aber gerade eh nicht schlafen, weil es taghell ist und außerdem bin ich 2 Nächte hier und ich will nicht so weit zurück fallen, deshalb fange ich einfach mal an.


    Der Tag begann wie immer: Aufstehen, Frühstück, Hütte säubern, alles verladen und los. Die Route heute hat in einem großen Bogen von Heidal nach Oppdal geführt. 321km in 6:10h

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    Kurz nach Abfahrt wurde Paula leider zum 2. Mal in den 3 Tagen hier in der Fahrt von einem Vieh im Gesicht erwischt und auch gestochen. Das sind solche Viecher, die ein bisschen aussehen, wie Bienen. Aber sie haben einen kleineren Körper, die Streifen am Hintern sind Weiß-schwarz und wenn man sie zerhaut, kommt aus dem Kopf eine rote Flüssigkeit. Höchst unangenehme Viecher.

    Ist aber zum Glück nix schlimmes passiert. Der Stich ist vom Schmerz und Anschwill-Level etwa auf halber Strecke zwischen Mücken- und Wespenstich. Also kurz mit einem feuchten Lappen kühlen (währenddessen habe ich diese höchst interessanten Spinnenweben in den Bäumen am Straßenrand gesehen)

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    und danach ging es weiter.

    Eine der ersten Stationen war das Ringebufjellet. Wie üblich bei den Fjellen eine beeindruckende Aussicht, die das Handy nicht im Ansatz einzufangen vermag.

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    Ich liebe es, wenn die Straße sich so schön den Berg hoch und runter schlängelt

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    Von dort dann weiter kleine Bergstraßen entlang bis zu einer kleinen Pause am Harrsjøen

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    Anschließend ging es leider fast 80km die überaus langweilige E3 entlang. Von dort deshalb auch keine Bilder, das ist echt einfach nur langweiliges Kilometerfressen. Eine sinnvolle Umfahrung gab es leider nicht.

    Die anschließende E6 konnte man glücklicherweise auf dem Gamle Kongevegen umfahren. Der ist geschottert, aber das ist ja zum Glück mit unseren Reiseenduros kein Problem.

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    Der führt wesentlich höher durch das Tal durch und ist dadurch auch merklich kühler. Da oben waren nur noch um die 28 Grad. Ansonsten der Tag war leider mal wieder von Temperaturen über 30 geprägt. Aber heute Nacht soll es einen krassen Temperatursturz geben, morgen Höchstwert ~15 Grad. Da bin ich mal gespannt, ob sich das Wetter hält, wir gehen nämlich morgen raften und ziplinen.


    Ach ja noch ein Einschub zur Maut: Norwegen hat nachgerüstet. Die meisten der offiziellen Mautstraßen, auf denen auch Motorräder bezahlen müssen (die Schotterstraßen, von denen ich schon berichtet habe, z.B. der peer Gynt vegen), laufen inzwischen über youpark.no

    Und die lassen ausländische Kennzeichen, die nicht automatisch erkannt wurden, nicht mehr (wie noch 2023) einfach unter den Tisch fallen, sondern da schaut dann ein Mensch drauf und liest das Kennzeichen manuell ab. Dadurch mussten wir bisher alle 3 Mauten doch bezahlen. Das interessante daran ist: man hat sowieso nur 48h, um die Maut online zu bezahlen. Sonst geht es bei ausländischen Kennzeichen an ein Inkasso Unternehmen mit entsprechenden Gebühren. Davon geht aber gut die Hälfte (also rund 24h) schon dafür drauf, dass ein Mensch manuell das Kennzeichen ablesen muss. Schlussendlich hat man also zumindest auf dem Papier nur ein 24h langes Zeitfenster zwischen 24 und 48h nach Ausfahrt aus dem Mautweg, um zu bezahlen.


    Nicht verwechseln: die reguläre Straßenmaut, die vom Norwegischen Staat erhoben wird, um größere Bauprojekt gegenzufinanzieren, ist weiterhin für Motorräder kostenlos. Das hier sind Straßen, die in privater Hand sind und privat abgerechnet werden.


    Nun gut das eigentliche Highlight heute ist die Unterkunft. Wir sind im "Dome" vom "Wild River Glamping"

    Die haben hier 3 Unterkünfte, die sehr remote und ganz absichtlich komplett "off-grid" sind. Jede Unterkunft ist außer Sicht-und Hörweite der anderen und etwa 5 min zu Fuß vom Parkplatz entfernt. Jeder hat ein eigenes (Plumps-) Klo und es gibt eine Dusche und Sauna im Eingangsbereich, die man sich teilt.

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    Es gibt eine Outdoor-Feuerstelle, die gleichzeitig die Kochstelle ist

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    Und es gibt einen Ausblick auf den Driva, der zum dahinschmelzen ist

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    Wenn das Ding mit knapp über 200€ pro Nacht nicht so unverschämt teuer wäre, könnte ich das bedingungslos empfehlen. Dafür sind zwar Bettwäsche, Handtücher, Sauna und Endreinigung inklusive, aber 200€ sind halt schon echt steil. So kann man es sich mal gönnen, wenn man mal was erleben will, aber viel mehr als 1-2 Nächte sind bei dem Preis wohl eher nicht drin.


    Und man sollte Bedenken, dass es durch das durchsichtige Dach auch jetzt (0 Uhr) noch sehr hell ist. Ich hau mich jetzt endlich mal hin

  • Ich mag die Prozentangaben nicht, weil das höchst subjektiv ist und die meisten ihren Anteil an Offroad massiv überschätzen, aber die Reifen zählen wohl zu den 90/10 Profilen. Wir haben beide Conti Trail Attack 3 drauf. Mit ein bisserl Erfahrung im offroaden geht das auch mit den Reifen. Und die haben wir zum Glück beide. Hier ist Paula bei der Hessler Sommer Offroad Days

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    Und hier ich beim schönen Schottern in Ligurien (auf der LGKS bzw alta via del sale)

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    Heute ein kurzer Bericht, da wir nicht viele Fotos gemacht haben. Wie hatten heute Pausentag und sind nur zum Opplev Oppdal gefahren und haben dort Rafting und Ziplining gemacht. Ich hab irgendwann vor 20 Jahren mal auf einer Klassenfahrt eine Rafting Tour gemacht, Paula noch nie.

    Bilder haben wir davon aber auch keine, da man halt nass wird und daher das Handy nicht so wirklich dabei haben kann. Theoretisch sind die zwar wasserdicht, aber wenn sie nass sind bekommt man den Auslöser eh nicht gedrückt und außerdem hat man im Neoprenanzug keinen Platz dafür.

    Deshalb nur 1 Bild von der Ausrüstung 20260717_102359.jpg

    Und ein Beispielbild von deren Website.

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    Hat echt Spaß gemacht, ist aber mit etwas über 100€ pro Person auch kein Pappenstiel. War das Geld aber wert. Die haben da ja auch recht erheblichen Aufwand mit und die Gruppengröße war auch in Ordnung (9 Leute auf 2 Boote und damit auf 2 Guides). Außerdem sehr schön ausgearbeitet (z.B. ist unterwegs ein Badestopp an einem Felsen, an dem man sich mal im kleinen Klippenspringen versuchen kann. Der ist nur so 3-4m hoch, aber war trotzdem das erste Mal :))


    Danach hatten wir noch eine Zipline Tour im gleichen Park. Da kraxelt man im Prinzip nur immer mal wieder eine Leiter oder Plattform hoch, hakt sich dann in die Zipline ein und lässt sich die Leine entlang sliden.

    Hier Paula beim Absprung (bei der Line musste man etwas Anlauf nehmen, um sicher auf der anderen Seite anzukommen)

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    Und ich bei der Ankunft

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    Und Paula am Lachen 20260717_152608.jpg

    Ich habe nämlich mal ein Selfie gemacht und sir machen nie welche. Paula hat deshalb erstmal ihren Gähner fertig gemacht, weil sie dachte, dass ich mich nur an sie ran kuscheln will, dann aber im Handydisplay eben leicht verzögert ihren weit aufgerissenen Mund gesehen hat und deshalb direkt erstmal einen Lachflash bekommen hat.

    Was daran so besonders war: Paula hat Höhenangst und ein bisschen Angst vor Wasser. Nicht paranoid, aber Kopf unter Wasser mag sie halt überhaupt nicht. Und Höhenangst haben wir gut trainiert, davon ist viel weg gegangen. Aber an einer Stelle musste sie eine 10m hohe Leiter hoch klettern und sich dann auf der Plattform einhängen und umhängen und danach auch noch alleine los springen. Das war schon nicht ohne. Hat sie aber gut gemeistert :)


    Ja und wir sind jetzt gut fertig, daher werden wir heute hoffentlich auch besser schlafen. Vergangene Nacht hat das viele Licht und lange wach gehalten und früh wieder geweckt. Sonnenuntergang ist hier 23 Uhr, Sonnenaufgang 4 Uhr. Davor und danach sind aber noch über 1h Dämmerung und in dem Zelt mit durchsichtigem Dach und durchsichtiger Front wird es dadurch sehr hell. Aber heute sind wir gut geschafft und werden daher wohl gut schlafen :thumbsup:

  • Nachdem wir beide ganz gut geschafft waren, sind wir wie erwartet auch zügig eingeschlafen. Heute kamen wir aber dafür so gar nicht in die Gänge und haben es damit den Schafen hier gleich getan

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    Wer noch nie in Skandinavien war, wird das eventuell etwas verwirrend finden, aber hier führen Hinterlandstraßen immer durch Weidegebiete von Kühen und - vor allem - Schafen durch. Dadurch hat man regelmäßig auch welche auf der Straße liegen oder an der Straße entlang laufen. Die meisten kennen Autos und Motorräder und schauen höchstens einmal kurz hoch, manche jungen Lämmer verfallen dann aber I Panik und rennen auf einmal über die Straße, daher muss man da immer vorsichtig vorbei. An sich aber überhaupt kein Problem - die machen da einfach ihr Ding.


    Gestern Abend vorm Schlafen gehen hat Paula auch noch ein Bild mit ihrem Klassenmaskottchen aufgenommen. Sie ist ja Grundschullehrerin und hat die Mäuse-Klasse, da hat sie dann auch immer ein Klassenmaskottchen (Mika - bewusst geschlechtsneutral), um das sie dann auch immer ein bisschen die Aufgaben baut. Und in den Ferien darf Mika immer mit und dann werden Fotos geteilt, wo Mika schon so überall war.

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    Ja ansonsten war es heute eine echt schöne Tour. Temperaturen waren anfangs eher niedrig (bis auf 8 Grad runter), haben sich dann aber im Tagesverlauf zwischen 12 und 14 eingependelt. Leicht bewölkt, bis auf einen kurzen Schauer auch kein Regen. Ideale Bedingungen zum Motorrad fahren :) wir sind heute 343km in 5:27 gefahren. Route war von Opplev nach Hitra, inkl. Umrundung der Inseln Frøya und Hitra.

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    Damit haben wir heute auch das erste Mal Ozeanluft geschnuppert wie hier an unserem Mittagsstopp am Hemnskjel Feriesenter kurz vor der Brücke nach Hitra

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    Und noch ein erster kleiner schöner Blick kurz nach dem Mittag

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    Ansonsten Hitra und Frøya sind bisher fahrerisch die Highlights gewesen. Erstens hat das Wetter gepasst wie die Faust aufs Auge und außerdem sind die Inseln einfach richtig schön. Sind schon im bergigen, zerklüfteten Bereich Norwegens und am Meer, dadurch haben sir halt diese einmalige Landschaft, die Norwegen so besonders macht.

    Hier ein Bild vom Südwestlichen Ende Hitras, das hat Paula sehr gut getroffen, wie ich finde

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    Hier eine herrliche "Corkscrew" Kurvenkombination am nördlichen Ende Hitras

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    Und nach dem Abendessen musste ich "leider" nochmal los, die Nudeln holen, die wir beim ersten Einkauf heute leider vergessen haben. Sonntag sind auch hier alle Geschäfte zu, daher im Sonnenuntergang (der geht hier mehrere Stunden) noch diese Meerenge von Hitra in Richtung Festland vor die Linse bekommen

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    Es ist einfach herrlich hier :)


    Der Campingplatz ist auch was besonderes diesmal. Mit 575 NOK (ca 52€) für die Hütte sehr günstig (Duschen sind inklusive und sehr schön hergerichtet) und wird betrieben von ich glaube 2 Niederländern, die hier hin ausgewandert sind. Der ganze Platz ist voller deutscher, aber ich glaube, das ist hier insgesamt so. Hitra ist aus irgendeinem Grund extrem bekannt unter Anglern.

    Hütte ist auch wieder echt hübsch und gut gemacht

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    Ich will schon wieder hier bleiben. Norwegen ist so ein tolles Land. Naja aber ich habe zumindest Frauchen ein Norwegen-Kissen gekauft (sie freut sich wie Bolle über sowas), so können wir zumindest ein bisschen Norwegen mit nach Hause nehmen :)

  • Heute war wieder ein Hammertag. Wir sind 334km in 5:28h gefahren, von Hitra nach Ålvund.

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    Und wir sind endlich in der Fjordgegend angekommen. Bei geradezu kaiserlichem Motorradwetter (zwischen 11 und 20 Grad, strahlender Sonnenschein) macht die Fahrerei hier einfach eine Riesenlaune. Man sieht ja am Höhenprofil, dass wir uns viel auf niedrigen Höhen aufgehalten haben (wobei die Angabe nicht wirklich stimmen kann, wir waren auf mehreren Fjordfähren, die ja nun per Definition auf 0m liegen müssten. +- eine handvoll Meter Tidenhub, aber auf keinen Fall die ganze Zeit über 50.


    Nun ja sei es drum. Die Tour war absolut GEIHEL!


    Morgens ging es bei leichter Bewölkung und 11 Grad recht dick angezogen los. Weil die Wäsche über Nacht nicht trocken geworden ist, mussten wir uns was einfallen lassen. Das gute ist ja, dass man am Motorradlenker rechts eine Einrichtung hat, mit der man den Fahrtwind schneller machen kann. Wenn man den Wind schnell genug macht, trocknen auch die Klamotten recht zügig

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    Allerdings muss man aufpassen, dass man den Wind nicht zu schnell macht. Die Polizei hier hat da sehr teure Einwände dagegen. Auf manchen Strecken kann sich die Fahrt dann ganz schön ziehen. Manchmal fühlt es sich so an, als ob man Rückwärts fährt. Das dachte sich wohl auch diese Fliege und klebte dann von hinten an meinem Tacho

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    Alternativ ist es natürlich theoretisch auch möglich, dass sie mit deutlich über 100 Sachen von hinten angerauscht kam, das weiß ich nicht. Es ging alles so schnell. Jedenfalls ist auch die tote Fliege dank dem Fahrtwind-Drehregler am Lenker relativ schnell getrocknet.


    Aber ihr wollt ja Bilder sehen. Daher hier erstmal ein Bild unserer heutigen Unterkunft (in Einheit mit einem "ja wo ist denn die Paula?" Suchbild für die Kinder)

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    Und unserem heutigen Blick aufs Meer

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    Heute hatten wir auch die ersten regulären Fähren dieses Urlaubs , hier eine über den Valsøyfjorden von Arasvika nach Hennset

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    Zum Mittag sind wir heute in einem herrlichen kleinen Restaurant eingekehrt. Das Gebäude mehrere hundert Jahre alt und mit ganz viel originalem Charme erhalten. Die sehr freundliche Bedienung dort, die vermutlich um die 30 war, konnte neben Norwegisch und Englisch sogar ganz passables Deutsch. Das ist eher ungewöhnlich. Ältere Menschen hier können zu großen Teilen noch Deutsch aus der Schulzeit, bei den jüngeren ist das aber selten geworden. Die Karte ist sehr überschaubar, was ich grundsätzlich sehr sympathisch finde. Es gibt mehr Parkplätze für Boote, als für Autos aber das sei hier in der Gegend verziehen (von den 5 Gästegruppen inklusive uns, die da waren, kamen 3 mit Booten). Das Essen war aber super frisch und extrem lecker. Hier eines der scheinbar auch Norwegischen Nationalgerichte: Fish & Chips

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    Dann hier noch ein Bild von einer kleinen Fjordbrücke

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    Und mein bisheriges Foto-Highlight von der Insel Tustna über einen Fjord (ich finde es unglaublich schwer, den Namen eines Fjordes herauszufinden) auf den Innbergsalen (der rechteste der Gipfel, der immerhin 908m aus dem Meer herausragt)

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    Ich liebe Norwegen einfach :)

  • Und auch Tag 8 war wieder herausragend schön. Es ging von Ålvund über den Aursjøvegen und die Atlantikstr nach Eide. Die Tour war mit 291km etwas kürzer, weil dank Aursjøvegen ein signifikanter Schotteranteil dabei war. Fahrzeit daher dennoch 5:54h

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    Und eben weil wir den Aursjøvegen gefahren sind und heute auch wieder Bombenwetter hatten, brauche ich 2 Beiträge für die Bilder. Entschuldigt bitte.


    Ja also morgens habe ich noch eine Anfrage im Mini Forum beantwortet (hatte da eine Anleitung zur "unsichtbaren" Kabelverlegung für eine Handyhalterung angefangen, aber nie fertig geschrieben), dadurch kamen wir etwas später los als üblich. War aber nicht schlimm, habe dennoch alles geschafft.


    Ja also morgens ging es direkt zum Aursjøvegen. Man hat richtiges Alpenfeeling da, wenn sich die Sonne morgens gegen 1030 Uhr langsam über die Berge kämpft und Paula die schnurpseligen Kurven mit Wonne nimmt

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    Wenig später kommen auch schon die ersten nur mäßig befestigten Wege, noch immer tief im Schatten

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    Und dann kam ich auf die besonders schlaue Idee, statt der eigentlichen Straße einen Weg, der keiner war, aber so aussah zu nehmen. Am Anfang sah das noch nach einer guten Idee aus

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    Und war auch aus der Ferne schön anzusehen

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    Schlau war die Idee aber trotzdem nicht. Wenig später ging es nämlich für mich auf dem Motorrad nicht mehr weiter

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    Sehr grobes Geröll, komplett unverdichtet. Das war von oben so nicht zu sehen.


    Die tollste Frau der Welt durfte dann ein ganzes Stück in Motorradklamotten zu mir hin stapfen, mit beim Aufstellen des Moppeds helfen, und danach wieder zurück stapfen. Danke, Schatz <3


    Während sie zurück gestapft ist, habe ich kurz das Ego wieder gerade gerückt und bin zurück gefahren. Das Ego war dringend nötig, ich hatte nämlich auf dem Weg dorthin schon ein ähnlich schweres Stück bezwungen (auch grobes Geröll, aber etwas fester und eben) und das musste ich ja jetzt nochmal fahren. Mit genügend Gas ging aber auch das und dann haben wir unsere Tour danach fortgesetzt.


    Der Aursjøvegen ist klasse. Es gibt Schotterwege bis zum Horizont

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    Asphaltstraßen bis zum Horizont

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    Und Ausblicke zum dahin knien

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    Einfach wow