Wie lässt sich das Innengeräusch reduzieren (RF)?

  • Mehraufwand oder teurere Ohrschützer bringen Dir keine Vorteile.

    Haben andere schon getan, aber auch ich möchte dem noch einmal mit aller Vehemenz widersprechen. Ich habe selbst früher mal Schlagzeug gespielt und jede Menge Gehörschütze ausprobiert. Die "von der Stange" bringen was, ja. Da gibt es auch relativ gute (u.a. die von Alpine), die relativ gleichmäßig über das Frequenzband Lautstärke rausnehmen und damit den Ton nicht verfälschen, sondern ihn nur leiser machen. Die spielen aber nicht mal ungefähr in der gleichen Liga, wie richtige, an den Gehörgang angepasste vom Hörgeräteakustiker. Ich habe solche Teile mal von meinem Arbeitgeber bezahlt bekommen und die sind wirklich faszinierend. Ich kann damit Stundenlang mit der Kettensäge arbeiten, ohne irgendeinen mechanischen oder akustischen Druck (mir ist bewusst, dass akustischer Druck genau genommen auch mechanischer Druck ist) auf den Ohren zu spüren. Genauso kann ich mich aber mit der Person neben mir unterhalten (sofern diese auch einen Gehörschutz trägt und entsprechend ein kleines bisschen lauter spricht, ohne aber zu schreien).

    Das ist wirklich eine ganz und gar andere Welt an Gehörschutz. Auf Arbeit nehme ich trotzdem häufig die Mickey Mäuse (On ear Ohrschützer, die am Helm befestigt sind), da man die schneller auf- und wieder abgesetzt bekommt und bei meiner Arbeit (Wartung in Kraftwerken) laute Geräusche oftmals von eher kurzer Dauer sind. Wenn ich aber vorher weiß, dass ich länger am Stück einer Lärmquelle ausgesetzt bin, nehme ich die in ears. Und die sind wirklich in keinster Weise vergleichbar mit Universallösungen wie von Alpine oder ähnlichen

  • Ich hab geschrieben: "keine Vorteile", nicht dass sie nicht stärker dämpfen.


    Die Alpine haben rund 20 dB. Damit wird ein Auto schon flüsterleise. Machst Du mehr spürst Du keinen Fahrtwind mehr. Der TE hat keinen Kettensägenmotor unter der Haube.


    Das sagt Dir der, der regelmäßig genau neben dem Schlagzeug steht.

    Neues Modell. Originalteile.

    Einmal editiert, zuletzt von Skoddy ()

  • Ist ja doch eine Menge Bewegung ins Thema gekommen. Meine ganz persönliche Meinung ist auch, das das Thema Lärm generell zu kurz kommt. Und zwar in der gesamten Gesellschaft. Macht euch mal den Spaß, und geht mit einem Pegelmesser während einer Pause am Schulhof vorbei. ;)


    Zitat aus einem Artikel einer Untersuchung vor rund 20 Jahren. Die Lärmbelastung wurde seitdem allerdings nicht weniger.

    Bei diesem „Screening”-Test zeigte sich, dass rund 13 Prozent der untersuchten Kinder bei mindestens einer Testfrequenz einen Hörverlust von mehr als 20 dB(A) aufweisen, 2,4 Prozent sogar von mehr als 30 dB(A). Das bedeutet, sie benötigten einen um 20 beziehungsweise 30 dB(A) höheren Schallpegel als die anderen, um den Testton hören zu können.


    Ganzer Artikel


    Man hört immer wieder aus verschiedensten Gruppen (Motorradfahrer, Handwerker....) in Sachen Lärmbelastung "man gewöhnt sich d'ran". Nein, das Gehör kann sich an Lärm nicht gewöhnen. Ganz im Gegenteil, es "vergisst und verzeiht" nicht. Hörschäden durch Lärm sind auch nicht zu heilen.


    Bei Berufs-Musikern wurde das Thema lange Zeit totgeschwiegen. Aber in der Berufsgruppe sind Gehörschäden fast systemimmanent. Heute gehen die damit offener um. Aber da muss man wirklich kein Ohrenarzt sein, um festzustellen, dass das nicht gut ist, wenn man sein ganzes Berufsleben schutzlos vor einer Kesselpauke steht oder sich eine Geige ans Ohr hält.


    Insgesamt gesehen hat somit Goat in a Coat aus meiner persönlichen Sicht der Dinge ein sehr wichtiges Thema aufgemacht.



    Hier im Thema wurden auch immer wieder Vergleiche zwischen Limousine und Cabrio gemacht. Dabei muss man nicht mal Edel- oder große Autos als Vergleich nehmen. Bei 120 Km/ auf der Autobahn ist selbst unser Polo aus der aktuellen Baureihe eine Ruhe-Oase im Vergleich zum MX. Aber macht euch mal einen Spaß und öffnet bei 120 alle vier Fenster in der Limo ^^


    Die Ohrstöpsel:

    Setzt man Größe, Tragekomfort und Ergebnis in Relation, wird man für's Auto/Motorrad nix besseres finden, den Lärm zu reduzieren. Bleibt eigentlich nur die Frage, welche "Bauform"?

    Wer sich vielleicht noch nie mit dem Thema beschäftigt hat, wird der Gesprächsrunde vielleicht nicht immer folgen können. Deshalb hier mal ein Bildchen der Stöpsel-Bauformen aus unserem Haushalt.

    Bauform.JPG


    Der rote "Einzelgänger" ist die Bauform, wie man sie z. B. im Motorradladen bekommt. Durch seine Rippen wird diese Bauform auch meistens als "Tannenbaum" bezeichnet. Direkt neben dem "Tannebaum" liegt der Filtereinsatz, mit dem der Stöpsel auf unterschiedliche EInsatzgebiete abgestimmt werden kann.


    Das rot-blaue Pärchen sind die Maßanfertigungen für mein "gutes Gewissen auf dem Beifahrersitz". In dieser Varinate sind keine Filter verbaut, das heißt, die sind auf maximale Dämpfung ausgelegt. Es gibt aber auch die Option, über Filtereinsätze bestimmte Frequenzanteile durchzulassen. Das sollte mit dem Hörgeräte-Akustiker besprochen werden.


    Die Acryl-Dinger sind meine angepassten InEar-Hörer für Musik. Für die technisch Interessierten: Wer genau hinsieht erkennt die beiden "Chassis" (Hoch- und Tieftöner). Das sind also 2-Wege-Systeme!. Weil die halt so perfekt im Ohr sitzen, schirmen sie auch ganz ordentlich vor "Außenlärm" ab. Hinweis für Skoddy ;) : Ich müsste schon sehr lange suchen und auch sehr viel mehr Geld anlegen, um bessere "Normal-Kopfhörer" zu bekommen.


    Eine Bauform für den Gehörschutz fehlt noch. Das sind Schaumstoffstöpsel. Auch da gibt's große Unterschiede. Da gibt's z. B. billigste "Einmal-Dinger". Der Name ist Programm.

    Und dann gibt es welche, die sich beim Tragen durch die Körperwärme im Ohr "anschmiegen" und gar nicht mal schlecht wirken. Zwar ist auch hier die Lebensdauer überschaubar, aber für Gelegenheitseinsätze sind die brauchbar, wenn nicht Extrempegel anliegen.


    Vor- und Nachteile haben alle.


    Gerade am Anfang hat man natürlich ein mehr oder weniger ausgeprägtes Fremdkörpergefühl im Ohr. Aber je besser die Dinger passen, desto schneller kommt man damit klar.


    "Tannenbäume" sollen für alle Ohren passen, das ist aber nur theoretisches Marketinggeschafel. Wenn's passt, ist es super. Dann spricht absolut gar nichts gegen die Dinger. Da die nicht die Welt kosten, spricht absolut nichts gegen einen Versuch. Der größte Vorteil: sie sind eigentlich überall und schnell verfügbar zu bekommen.


    Die Maßanfertigung passt natürlich perfekt (wenn der Abdruck gut gemacht ist). Durch ihren Sitz haben sie auch die beste Schutzwirkung. Der größte Nachteil ist natürlich der Preis gegenüber den "Tannenbäumen", die Anfertigung dauert ein paar Tage und die Arbeit kann auch nur beim Hörgeräte-Akustiker gemacht werden.


    Als ich meine Musik-InEars anfertigen ließ, gab der Spezialist noch den Hinweis, dass es in gaaaanz seltenen Fällen auch mal allergische Reaktionen im Ohr geben könnte. Hier würden dann Titan-InEars das Optimum sein. Als der mir allerdings den Preis nannte, war das Thema erledigt ;)


    Bleibt der praktische Umgang.

    Etwas Pflege für die Stöpsel ist Pflicht. Wer steckt sich schon freiwillig versiffte und verkeimte Sachen ins Ohr? Im "Normalbetrieb" reicht es aus, in der abendlichen Dusche die Dinger mit abzuwaschen. Auch der Transport ist kein unlösbares Thema. Ich habe z. B. einen kleinen Aluzylinder. Der kann als Schlüsselanhänger dienen oder er liegt in der Mittelablage. Solche Mini-Aluzylinder bekommt man in vielen Outdoorläden, wie z. B. bei Globetrotter.

    Zylinder.JPG

  • Ich hab geschrieben: "keine Vorteile", nicht dass sie nicht stärker dämpfen.

    Die angepassten, zahntechnisch hergestellten, die ich hatte, dämmen nicht einfach um einen DB Wert, wie herkömmliche Stopfen, sondern sie lassen einen definierbaren Wert an DB durch, z.b. 65, 70 DB. Ab 83 DB Ab einer Einwirkzeit von >8h können Geörschäden entstehen.

    Diese Art Gehöschutz lässt sich für Musiker individuell anpassen. Das ist der Vorteil.

    Mazda MX 5 RF G184 Homura EZ Dez. 2023, soul red crystal.

    Am 4.10.2023 in Hiroshima vom Montageband gefahren.

    Alles bleibt original 8) .

    2. Getriebe.

  • Ich muss auch sagen, dass ich es jedes mal aufs Neue erstaunlich finde, wie flüsterleise der ST doch ist mit geschlossenem Verdeck bei um die 200kmh!

    Auch das unterhalten funktioniert wunderbar und die Musik muss dann auch sehr leise eingestellt werden und das Fahren fühlt sich auch so langsam an.

    Also zumindest wenn man davor eine Weile die 200 mit offenem Verdeck gefahren ist und noch viel mehr, wenn dabei auch die Fenster unten waren. Und ja, manchmal schließe ich das Verdeck auch mal, wenn mich die mitfahrende Person fragt. Ist zwar selten, aber es soll vorkommen.

    Ich finde aber auch, dass es ein relativ lautes Auto ist. Auch geschlossen bei 120kmh.

    Wenn ich mich mit der mitfahrenden Person unterhalten möchte, fahre ich auch meistens nicht viel schneller als 100kmh, weil sonst die Windgeräusche zu laut werden und man die Stimme doch stark beansprucht.

  • Danke nochmals!

    - Gerade das Gefühl, dass ein Polo o. Ä. im Vergleich zum MX-5 ein Ruheoase ist, brachte mich zu dieser Frage.

    - Ich frage mal was Mazdahändler und -werkstätten auf Seiten Geräuschdämmung anbieten können, mit gutem Gehörschutz als Ausweichmöglichkeit. Wobei sich in diesem Fall schon der Roadster aufdrängen würde als sinnvolle Erweiterung des Gedankens ;)

    - Vielen Dank für den Hinweis, leider ist Köln tatsächlich zu weit entfernt.


    Beste Grüße

    Goat in a Coat

  • Bei Mazda können Sie dir da vermutlich nur sehr eingeschränkt weiterhelfen. Ich würde einen car HiFi Spezialisten aufsuchen und den mal fragen. Die Hälfte vom Klang im Auto ist die Dämmung und wer viel Car HiFi verbaut, verbaut auch viel Dämmung


    Ansonsten ich hab das in meinem Octavia damals mal selbst gemacht. Man benötigt ein Dach überm Kopf, einen Grundstock an Werkzeugen (wirklich nur einen Grundstock.. paar Steckschlüssel, paar Ringmaulschlüssel und einen Satz Plastik Zierleistenkeile, also sowas hier: https://amzn.eu/d/0cQ6nruX) und ansonsten vor allem Zeit. Habe damals im Octavia RS Forum meine Erfahrungen gepostet. Für den Octavia Kombi habe ich ca 40h Gesamt gebraucht (4 Türen und Heckklappe).

    Türdämmung am Octavia III - OCTAVIA-RS.COM
    Hallo Leute,ich mache hier mal ein neues Thema auf, da einige ihren Octavia schon gedämmt haben und einige es noch vorhaben.Verweisen möchte ich auch auf dem…
    octavia-rs.com

    Mein MX-5 hat schon Dämmung vom Vorbesitzer bekommen.


    Wo bist du denn her? Grundsätzlich könnte ich eine Probefahrt mit meinem (Softtop, intensiv gedämmt) anbieten. Ich weiß aber nicht sicher, wo der Vorbesitzer überall (und wie genau) gedämmt hat. Außerdem ist mein Auto seit heute im Winterlager und ich bin auch bis Mitte Dezember verreist. Wenn das für dich ginge und die Gegend halbwegs in der Nähe ist (wohne etwas nördlich von Berlin), wäre das kein Problem

    * Unsere Seite enthält Affiliate-Links, für die unser Forum möglicherweise eine Vergütung bekommt.


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  • Demnach ist also eine gefühlte Verdoppelung (oder Halbierung) der Lautheitsempfinden ein Sprung von 10 dB. Im Falle unserere Geigen bedeutet das:

    Es müssen 10 Geiger spielen, damit wir eine gefühlte Verdoppelung des Lautheitsempfinden erreichen.


    Übrigens, das gilt auch für unseren Verstärker in der Stereo-Anlage. Für "doppelte Lautstärke" wird die 10-fache Lesitung erforderlich. Daher ist es für den max-Pegel, den unsere Anlage vielleicht abgeben kann, in der Praxis völlig irrelevant, ob ein Verstärker 100 Watt oder 110 Watt liefern kann.

    Die Aussagen sind für sich genommen korrekt. Allerdings könnten die gewählten Beispiele etwas in die Irre führen.


    Zwei Geiger, die das Gleiche spielen erzeugen tatsächlich nur einen 3 dB höheren Pegel, weil diese Quellen inkohärent (oder unkorelliert) sind. Wären die Quellen modelliert/kohärent (wie z.B. unmittelbar nebeneinander stehende Lautsprecher, die exakt dasselbe Spiel des einen Geigers wiedergeben), dann bräuchte man davon nur drei um einen 10 dB höheren Pegel zu erreichen, nicht 10.


    Ich bin mir ziemlich sicher. dass dir das klar ist und es hat auch mit dem Thema Schalldämmung wenig zu tun. Wichtiger ist in der Tat das Verständnis, dass Schalldruck und Lautheit nicht dasselbe ist und unterschiedliche Zusammenhänge gelten.